Loading
Liebe Mitglieder, liebe Freunde und Förderer von Mabuhay!
Am 25. August kamen wir in Clark an und wurden, nachdem unsere Papiere geprüft worden waren, in ein Quarantänenhotel gebracht. Dies und auch der Transport dorthin mussten vor dem Abflug geregelt sein, sonst darf man überhaupt nicht fliegen. Das Quarantänezimmer darf 10 Tage lang nicht verlassen werden. Das Essen wird vor der Tür abgestellt. Alles ist aus Plastik und wird nach Gebrauch sofort entsorgt. Jeden Tag brach ich wenigstens eine Gabel und blieb mir nur noch der Löffel zum Essen. Es ist schon gewöhnungsbedürftig, 10 Tage in einem doch relativ kleinen Raum eingesperrt und ohne Bewegung zu sein. Auch findet keine Reinigung des Zimmers statt. Am 7. Tag kommen Mitarbeiter des lokalen Covid-Labors und nehmen erneut einen PCR-Test ab. Das Ergebnis kommt zwar einen Tag später, aber die Quarantäneeinrichtung darf nicht verlassen werden. Als unsere Tests, wie erwartet, negativ ausfielen, haben wir erstmal durchgeatmet. Es ist nicht selbstverständlich, ein negatives Ergebnis zu erhalten, da wir gehört haben, dass Leute an vier aufeinanderfolgenden Tagen getestet wurden und dabei zwei positive, zwei negative Ergebnisse erhielten. Wäre das Ergebnis positiv zurückgekommen, wäre unsere Quarantäne um 14 Tage verlängert worden. Wir hatten es aber gut getroffen, da das Personal freundlich war und die Zimmer sauber waren.



Danach ging es über den Landweg gut 27 Stunden zurück nach Bugko, wo wir nochmal vier Tage in Hausquarantäne verbrachten. So ist das Protokoll hier im Moment, und das, wo wir nun sagen, dass wir 4-mal geimpft waren. Zweimal Sinovac in den Philippinen und zweimal Pfizer in Deutschland. Wenigstens haben wir dadurch einen guten Impfschutz vor einer schweren Corona-Erkrankung.
Um nach Samar zu kommen, muss man die Fähre nehmen. Wir hatten das Glück, die letzte Fähre am 6. September zu bekommen, denn dann wurde wegen der Sturmwarnung der Fährverkehr erstmal eingestellt. Am 7. September streifte uns Taifun Jolina (Conson). Zum Glück gab es bei uns keine Schäden, aber in anderen Regionen kam es erneut zu Überschwemmungen.
Es war also eine wirklich aufregende Rückreise.
Am 13. September öffnete die Klinik. Viele Patienten hatten uns bereits vorher kontaktiert und konnten es kaum erwarten, nach Bugko in die Klinik zu kommen. Bereits um 5 Uhr früh kamen die ersten Patienten. Leider sehen wir wieder viele sehr kranke Patienten, die sich nicht getraut haben, zum Arzt zu gehen, aus Angst, als Covid-Patient deklariert zu werden. Die Klinik ist wieder mit Patienten gefüllt, wie vor der Corona Pandemie. Im Schnitt besuchen 75 Patienten pro Tag die Klinik. Sie nehmen und dürfen es auch wieder sehr weite Wege in Kauf, um zu uns zu kommen. Unser Radius ist gut 100 km und wer einmal hier war, weiß, was das heißt, diese zurückzulegen. Reisen ist wieder erlaubt, ist aber sehr beschwerlich. Im Moment geht auch wieder einmal pro Woche ein Flugzeug nach Manila.

Durch große Impfkampagnen und die Einführung ganzer Impfterbiete wurde hier in Nord-Samar ein Großteil der Bevölkerung geimpft. Die Infektionszahlen sanken drastisch, und zu dem Zeitpunkt, zu dem Sie/Ihr diesen Brief bekommt, gibt es weniger als 20 aktive Fälle in der ganzen Provinz. Masken müssen weiterhin getragen werden, aber die Gesichtsschilder braucht man nur in geschlossenen Räumen wie Malls und im Flugzeug. Das ist schon eine Erleichterung.


Und nun gibt es noch eine Neuigkeit. Seit dem 13. September arbeitet Frau Dr. Rio Stephanie Balantoy mit uns zusammen. Sie kommt einmal die Woche zu uns in die Klinik. Neben den Konsultationen führt sie auch kleine operative Eingriffe durch. Sie ist ein absoluter Glücksgriff und wir möchten sie nicht mehr missen. Bevor sie ihre eigene kleine Praxis eröffnet hatte, arbeitete sie in Cebu.


Im Oktober konnten wir dann noch Dra. Perlyn Alo für uns gewinnen, sie hat gerade ihr Examen in Tacloban gemacht und arbeitet im lokalen Provinzkrankenhaus, bevor sie in Manila ihren Facharzt für Gynäkologie in Manila in Angriff nimmt. In ihrer freien Zeit kommt sie immer in die Klinik und untersucht die Patienten. Sie wird dies bis Februar tun und anschließend nach Manila umziehen.


Dra. Lydia Quilatan, unsere alte Ärztin- sie ist inzwischen 82 Jahre alt- kommt auch wieder einmal in der Woche. Während der Corona-Hochzeit kam sie nicht, da sie aufgrund ihres Alters zur gefährdeten Personengruppe zählte.


So haben wir nun dreimal die Woche ein Arzt in der Klinik ist. Nicht immer den ganzen Tag, aber es ist schon eine riesige Hilfe.
Mit all diesen guten Neuigkeiten machten wir uns am 15. November auf den Weg nach Tacloban, um die Klinik beim DOH (Department of Health) zu registrieren. Dafür war sehr viel Papierarbeit nötig, aber wir schafften es rechtzeitig vor dem letzten Termin dieses Jahres. Die Registrierung war aufgrund des neuen UHCL (Universal Health Care Law) erforderlich, das der ganzen Bevölkerung freien Zugang zu medizinischer Hilfe gewährleisten soll. Das Gesetz gibt es, aber die Umsetzung gestaltet sich noch schwierig, da doch viele Hürden zu nehmen sind, die Bevölkerung mit 110 Millionen sehr groß ist und es politisch auch immer Hürden zu nehmen gibt. Nach der Evaluierung unserer Papiere wird ein Team aus Tacloban kommen, um unsere Klinik zu besichtigen. Die Bürokratie verhindert oft schnelle Hilfe.


Am 29. November kam überraschend Dr. Hil Dineros zu uns, ein plastischer Chirurg, der eng mit unseren amerikanischen Ärzten zusammenarbeitet. Auch er konnte uns leider nicht sagen, ob es im nächsten Jahr wieder eine Mission geben wird, um unsere Patienten zu operieren, die eine Vollnarkose benötigen. Er legte gleich Hand an und operierte mit Dr. Rio Patienten. Er versprach, im nächsten Jahr häufiger zu kommen, damit die ambulanten Patienten versorgt werden.


Am 4. November wurden hier in Nord-Samar erstmals auch die Altersgruppe 12-17 mit Pfizer geimpft. Der größte Impftag war der 24. November, an dem 3.517 Leute mit Pfizer geimpft wurden. Schon um 4:30 Uhr morgens standen sie draußen vor dem Bürgermeisteramt an, um sich impfen zu lassen. Man kann nur hoffen, dass der Strom nicht nachlässt und die Impfbereitschaft erhalten bleibt.


Am 20. November feierten wir, so es unter Corona-Bedingungen möglich war, Schwester Veronicas 70. Geburtstag mit ihrer Familie und den Freiwilligen. Es war ein sonniger Tag und die Kinder im Dorf freuten sich, dass es zur Feier des Tages Spaghetti und Eis gab.


So hatte Corona auch dieses Jahr im Griff. Zum Glück gab es auch viele schöne Momente, wie unser Besuch in Bonn und das Wiedersehen mit Freunden und Familie, die neuen Ärzte die zu uns kommen, das man wieder mehr, wenn auch nicht wie früher, Reisen kann.
Wir sind weiterhin dankbar für unsere Freiwilligen, die uns täglich zur Seite stehen. Und das nun seit fast 15 Jahren. Danken möchten wir Ihnen und Euch allen, die uns hier mit finanziellen Mitteln und Sachspenden weiterhin unterstützt haben. Trotz unser großen Distanz wissen und merken wir, wie sehr Ihnen/ Euch dieses Projekt am Herzen liegt. Alle Ihre/ Eure Hilfe kommt an und wird wo sie gebraucht wird eingesetzt, dafür stehen Sr. Veronica und ich ein.
Da in Deutschland die Zahlen zum Winter wieder so stark gestiegen sind, wünsche ich Ihnen/Euch allen, dass Sie/Ihr gesund bleibt und die Booster-Impfung hilft, eine starke Corona-Infektion zu verhüten, sodass wir uns bald alle wiedersehen können.
Und schon heute wünschen wir Ihnen/Euch allen ein gesegnetes Weihnachtsfest! Hoffen wir alle auf ein gutes, sorgenfreies und vielleicht besseres Jahr 2022.
Ihre/ Eure dankbare
Sabine Korth
Malipayon nga Pasko (Frohe Weihnachten) aus Bugko!
