Liebe Mitglieder, liebe Freunde und Förderer von Mabuhay!
Mein letzter Rundbrief erreicht Sie/Euch gerade, als sich am 10. August die Lage in den Philippinen zuspitzt. Mit bis zu 6.000 Neuinfektionen pro Tag wurden die Philippinen zum Epicenter der Corona-Pandemie im südostasiatischen Raum. Zu diesem Zeitpunkt gab es in Nord-Samar noch wenige Infizierte.
Ende August stiegen die Zahlen auch in Nord-Samar, v.a. durch Rückkehrer aus Manila. Der philippinische Staat schickte die in Manila arbeitslos gewordenen Leute zurück in die Provinzen. Der andere Punkt war, dass mehr Tests durchgeführt wurden. Am 24. August wurde der erste Corona-Fall in Mondragón registriert. Danach folgten andere Städte in Nord-Samar, ausgelöst durch die Geburtstagsfeier eines Politikers, wo die Corona-Regeln nicht eingehalten wurden.
Nun ging alles sehr schnell. Am 29. August feiert Catarman Fiesta, das hier das höchste Kirchenfest der katholischen Kirche in Nord-Samar ist. Alle Feierlichkeiten wurden kurzfristig abgesagt, die heilige Messe wurde zwar gefeiert, aber ohne Bischof und ohne die über 50 Priester, die sonst gekommen wären.
Am 1. September wurden erneut strengere Quarantänevorschriften eingeführt. Die Dörfer, hier Barangays genannt, wurden „abgesperrt“. Man durfte sein Dorf nur im Notfall verlassen. Statt Mundschutz, wurde nun Mundschutz und Gesichtsmaske zu tragen verlangt, es gab einen Alkohol Ban und reisen außerhalb der Provinz wurden komplett eingestellt. Diese Situation blieb auch den ganzen Oktober über. Der Schulstart, von Juni auf den 6. Oktober verschoben, wurde in Bugko in Modulen gestartet. Die Kinder bekamen jede Woche Aufgabenhefte, die sie zu Hause bearbeiten und beantworten mussten. Die Mütter brachten die Module danach zur Bewertung in die Schule und das jede Woche erneut. Schwierig war diese Situation v.a. für Kinder mit Lernschwächen und für Kinder, deren Eltern nicht lesen und schreiben können, da sie ihnen keine Hilfen geben können. Die Kinder sind weiterhin ans Haus gebunden und dürfen nur zu Arztbesuchen raus.
So kamen auch erst in der ersten Oktoberwoche wieder vermehrt Kinder in die Sprechstunde. Dazu sahen wir durch die Corona-Pandemie ausgelöst wesentlich mehr Patienten mit psychischen Problemen, von einfachen Schlafstörungen bis hin zu suizidalen Gedanken.
Mitte Oktober entschieden wir, dass wir im Dezember nicht nach Deutschland reisen können, da die Infektionsgefahr auf beiden Seiten zu hoch ist und man in Deutschland, wie auch in den Philippinen, mit 14 Tagen Quarantäne rechnen muss.
Ein aufregendes Jahr neigt sich dem Ende zu. Hauptsächlich vom Coronavirus dominiert, mit Ängsten, Krankheit und Hoffnung. Trotz der Pandemie kamen täglich Patienten zu uns. Weniger als die vorherigen Jahre, aber doch ca…..Dank Ihrer/Eurer Hilfe konnten wir wieder so vielen helfen und Gutes tun. Danke/SALAMAT für alle Hilfe und Unterstützung! Sei es eine finanzielle Unterstützung oder eine Sachspende. Danke, möchte ich auch im Namen von Sr. Veronica für die vielen mutmachenden Worte in diesem nicht einfachen Jahr für alle sagen. Wir haben sehr Ihre/Eure Verbundenheit mit uns gespürt. Zu wissen, dass man nicht einfach irgendwohin gehen oder fahren kann, hat ein beklemmendes Gefühl. Und das Gefühl der ständigen Gefahr durch einen unsichtbaren Gegner – einen Virus – ist nicht immer leicht auszuhalten, zumal es bisher noch keinen Impfstoff für alle gibt. Jeden Tag waren wir der Gefahr ausgesetzt, da wir in der Klinik ja Patienten aus der ganzen Provinz haben. Wir sind dankbar für unsere Freiwilligen, die uns täglich zur Seite stehen. Alle Ihre/Eure Hilfe kommt an und wird, wo sie gebraucht wird, eingesetzt.
Und so wünsche ich Ihnen/Euch eine frohe Adventzeit und ein gesegnetes Weihnachtsfest, viel Stärke und Kraft und dass Sie/Ihr alle gesund bleibt
Ihre/ Eure dankbare
Sabine Korth
Malipayon nga Pasko (Frohe Weihnachten) aus Bugko!