Liebe Mitglieder, liebe Freunde und Förderer von Mabuhay!
Ein Jahr der Bauarbeiten geht zu Ende! In mehrfacher Weise können wir „Gott sei Dank“ sagen. Erstens, weil wir nun ein wunderschönes Trainings- und Ernährungszentrum und ein gut funktionierendes Diagnostik-Center haben, zweitens, weil die Arbeiten ja auch immer viel Unruhe und Schmutz mit sich bringen.
Erinnert ihr euch noch……..
Eine Skizze des Neubaus – so fing es an…..
Am 30.Im August wurde unser neues Trainings- und Ernährungszentrum fertiggestellt. Es hat etwas länger gedauert, da am Anfang die Arbeiten aufgrund der Wetterverhältnisse wiederholt unterbrochen wurden. Wir sind sehr dankbar, dass wir nun einen großen Raum haben, um Seminare abhalten zu können und als Basisstation für unser Ernährungsprogramm. Die zweite Etage bietet Platz für Gäste. Wie Sie aus meinen vorherigen Berichten wissen, haben wir zunehmend mehr Gäste aus dem Ausland, die unsere Programme aktiv unterstützen.
Es ist wunderbar, dass wir ihnen nun einen Raum anbieten können, in dem sie sich zurückziehen können. Wir brauchten diese Räume, da in der ganzen näheren und weiteren Umgebung kein Hotel zu finden war. Der dritte Raum, der auf dem ursprünglichen Plan nicht zu sehen ist, ist ein Lagerungsraum. Hier können wir nun zentral alle Sachen unterbringen, die Ihr/Sie uns immer wieder schickt/schicken wie Medikamente, Hilfsmittel, Pflaster, Bandagen usw.
Aber da ja Bilder bekanntlich mehr als Worte sagen:
Wieder dank der Hilfe des Hilfswerks Deutscher Zahnärzte konnten wir in diesem Jahr auch ein Diagnostik-Center für unsere Patienten errichten. Wir haben nun ein Labor, einen Raum für Ultraschall- und Röntgendiagnostik und einen Raum, um kleinere chirurgische Eingriffe durchzuführen. Die Röntgendiagnostik wird v.a. den Patienten mit Tuberkulose zugutekommen. Durch die schlechten hygienischen Verhältnisse, Unwissen und Vernachlässigung einer kompletten Therapie ist die Tuberkulose hier noch sehr weit verbreitet. Unser Ärzte-Team, das jedes Jahr aus den USA kommt, freut sich schon darauf, im Januar den neuen OP-Raum in Betrieb zu nehmen. Anfang Januar werden die Gebäude eingeweiht und in Betrieb genommen.
Wartebereich Labor Operations-Raum
Mit diesen zwei Zusatzgebäuden ist unsere Mabuhay-Klinik zu einem richtigen Stützpunkt für ambulante Patienten geworden. Selbst aus Catarman, wo das Krankenhaus und niedergelassene Ärzte sind, kommen regelmäßig Patienten zu uns. Wir haben inzwischen Patienten aus ganz Nord-Samar. Auch in diesem Jahr stieg die Zahl der behandelten Patienten wieder. Ich bin stolz und froh, dass wir hier durch Eure/Ihre Hilfe so vielen Menschen helfen können.
Vom 6.-9.Im September war Dr.de Cassan vom Hilfswerk Deutscher Zahnärzte (HDZ) hier zu Besuch, um sich vor Ort über unser Projekt zu informieren und die bereits geleistete Hilfe des HDZ zu sehen. Er hatte drei anstrengende Tage bei uns und wurde sogar während unserer Dental-Mission eingespannt. Daneben bekam er einen ersten Eindruck vom Land (Nord Samar), von den Leuten und von den hiesigen Gegebenheiten und Problemen. Seinen Bericht können Sie/Ihr unter:
hilfswerk-z Inspektionsreise auf den Philippinen einsehen.
Gerne möchte ich noch etwas Wunderbares mit Euch/Ihnen teilen. Im August bekamen wir einen neuen Generator gespendet. Mr. Lee aus Manila, der uns auch das Ambulanzauto umgestaltet hat, meinte, er könnte auch einen Beitrag für unsere Arbeit hier leisten, wo doch so viel von Deutschland aus den Menschen hier geholfen wird. Ich war tief bewegt, weil man so etwas hier nicht sehr häufig zu hören bekommt und dann ein so großzügiges „Geschenk“ folgt. Der Generator wurde dringend benötigt, da unser Alter zunehmend Probleme bereitete und wir durch unsere Arbeit stark auf Strom angewiesen sind. Ich muss noch mal erwähnen, dass wir hier regelmäßig Stromausfall haben, der von wenigen Stunden bis zu einer ganzen Woche!! andauern kann. Selbst während unserer Dental Mission mussten wir auf die Behandlung mit Taschenlampe (Siehe Bild oben) zurückgreifen.
Am 25./26. September hatten wir unseren jährlichen Einkehrtag und unseren Ausflug mit unseren ehrenamtlichen Helfern. Es ist eine kleine Anerkennung für den unermüdlichen Dienst, den sie in unserer Einrichtung das ganze Jahr über leisten. Das Wetter war nicht so gut, aber es hat allen gutgetan, einmal etwas Abstand vom Alltag zu nehmen und sich außerhalb der Klinik zu treffen.
Ende September hat unsere Volontär-Krankenschwester mit uns aufgehört zu arbeiten. Sie verbringt nun noch eine Zeit im hiesigen Krankenhaus und geht anschließend nach Manila zurück.
Am 25. September suchte Typhoon Ondoy die Philippinen heim. Die furchtbaren Bilder aus Manila mit Überflutungen, Obdachlosen und Chaos gingen um die ganze Welt. Glücklicherweise blieben wir in Bugko verschont. Auch der nächste Typhoon Pepeng am 3.Oktober verschonte uns. Über Jahre hinweg war Nord-Samar immer im Zentrum der Typhoone gewesen, und so waren wir umso dankbarer, dass wir dieses Mal verschont blieben.
Ende Oktober wurden wir von der Mabuhay-Klinik erstmals als Erste-Hilfe-Team zu einer Großveranstaltung angefordert. Die Diözese von Catarman rief zu einem Jahr für Frieden und Gerechtigkeit auf, das mit einem Friedensmarsch begann, an dem alle Pfarreien der Diözese mit Delegationen teilnahmen. Anlass für das Jahr für Frieden und Gerechtigkeit ist, dass es in Nord-Samar in den letzten Monaten etliche Selbstjustizmorde gab, u.a. auch an einem Priester. Leider ist die Zahl erschreckend hoch mit 18 Toten in 6 Monaten. Die Kundgebung verlief zum Glück ruhig.
Zum Ende dieses Jahres möchte ich Ihnen/Euch allen ganz herzlich danken, auch im Namen aller Bugkoano, denn ohne die vielen helfenden Hände und die finanzielle Unterstützung wäre es nicht möglich, ein solches Programm hier durchzuführen und aufrechtzuerhalten.
In unserer Station Mabuhay haben wir nun ein Vier-Säulen-Programm: Medizin – Ernährung – Zahnmedizin sowie die vierte Säule: Schulung.
Mit den besten Wünschen für eine frohe Adventzeit und ein gesegnetes Weihnachtsfest bin ich Eure/ Ihre
Sabine Korth
Malipayon nga Pasko (Frohe Weihnachten) aus Bugko!