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Liebe Mitglieder, liebe Freunde und Förderer von Mabuhay!
Im Juli errichteten wir ein provisorisches Zelt zur Vorbereitung auf die Schulung unserer ehrenamtlichen Helfer. Bugko ist in sieben „Bezirke“ unterteilt. Daher dachten wir zunächst an sieben Helfer, die uns in unserer Mission hier unterstützen sollten. Aus jedem „Bezirk“ einen, um die Patienten flächendeckend zu Hause überprüfen zu können. Die Idee war, dass unsere Volontäre auch in unserem Ernährungsprogramm für unter- und fehlernährte Kinder mitarbeiten sollen und die beteiligten Familien zu Hause kontrollieren, damit auch wirklich das Kind gefördert wird, das in das Programm eingeschlossen wird.





Der August war von einer Dengue-Fieberwelle überschattet. Dengue wird durch Moskitos übertragen, die in stehenden Gewässern, dunklen Ecken oder Reifenstapeln sich verstecken und tagsüber stechen. Die Symptome sind vielfältig und ähnlich denen der Malaria, daher war die Diagnose nicht immer sofort klar. Wir mussten viele Patienten zum Krankenhaus zur Labortestung bringen und viele mussten zur Beobachtung dort bleiben oder mussten täglich zur Kontrolle nach Catarman ins Krankenhaus fahren. Daneben leisteten wir in Bugko und den angrenzenden Dörfern viel Aufklärungsarbeit. Wir hängten Poster aus, informierten die Lehrer in Grund- und High School über die Symptome, besuchten die Familien und Nachbarfamilien von positiv getesteten Patienten, um zu sehen, ob noch mehr Familienmitglieder betroffen sind, und überprüften, ob die Einwohner unsere Informationen umsetzten, wie z.B. Wassercontainer entleeren und Blumenvasenwasser entfernen. Leider starb ein 4-jähriger Junge in Bugko an den Komplikationen der Krankheit (innere Blutungen). Die Mutter hatte die wechselnden Fieberschübe nicht richtig eingeschätzt und so wurde der kleine Junge zu spät zur Diagnose und Behandlung ins Krankenhaus gebracht.
Überall hängten wir Poster aus und gaben Informationen



Marifels Heilungsprozess machte weiter Fortschritte. Ihr großer Wunsch war eine Schultasche mit Rädern, damit sie sie nicht auf dem Rücken tragen muss. Diesen Wunsch erfüllten wir ihr gerne. Seit September geht sie zur Schule und ist glücklich.




Im August begannen wir nach langer Vorbereitung 8 Volontäre zu schulen. Es wurden 8, weil ein „ Bezirk“ recht groß ist und wir uns entschieden haben, dort können wir gut 2 Volontäre einsetzen. Wir begannen mit einem Orientierungstag. Unsere neuen Helfer gehen mit viel Enthusiasmus an die Arbeit und bringen zum Teil bereits Erfahrung mit, da sie zuvor in der staatlichen Health Unit mitgearbeitet haben. Wir treffen uns zweimal im Monat zur Schulung und dazwischen evaluieren sie, was in ihrem Bezirk unsere Patienten machen, und betreuen das Ernährungsprogramm für unter- und fehlernährte Kinder, über das ich später noch berichten werde.




Wie Sie/Ihr euch vielleicht erinnert, arbeite ich einmal pro Woche als Schulkrankenschwester an der St. Anthony Academy. Im September organisierten wir dort für die Schüler Augenkonsile im Krankenhaus. (Der Augenarzt hat dort zweimal pro Woche Sprechstunde.) Wir fuhren in Gruppen von 7 bis 8 Schülern zum Krankenhaus. Die Schüler waren, als wir ihre „Krankenkartei“ machten (ich berichtete darüber im Mai), aufgefallen durch häufige Kopfschmerzen, Augenschmerzen und Sehstörungen. Mit Hilfe von Dr. Quilatan konnten wir den Augenarzt für uns gewinnen und er untersuchte die Schüler kostenlos. Einige der Schüler brauchten Medikamente, andere Brillen. Auch die Optikerin unterstützte uns in unserem Anliegen .Wir besorgten die benötigten Medikamente und gaben 8 Schülern Brillen. Die Schüler konnten sich die Modelle selbst aussuchen und wurden fachmännisch beraten sowie über die Pflege und den Tragekomfort der Brillen informiert. Das war das erste Mal in der Geschichte der Schule, dass so etwas gemacht wurde, und die Schule besteht schon seit 1962.









Der September war ebenfalls von einer Epidemie von Durchfallerkrankungen geprägt. Meistens konnten wir das durch die Gabe von Salzen stoppen, aber manchmal waren die Patienten so ausgetrocknet, dass sie schon das Bewusstsein verloren hatten, und da half nur eine Infusion und schnell ins Krankenhaus. In diesem Zusammenhang klärten wir die Patienten über den Vorteil von abgekochtem, sterilisiertem Wasser auf, da sie aus speziellen Regionen stammten, und gaben diese Informationen auch an die Ortsvorsteher weiter. Die Menschen hier trinken normalerweise das Wasser direkt aus der Pumpe, ohne es zuvor abzukochen, und die Quellen werden meist nicht auf Mikroben getestet; die Folgen haben wir dann in der Ambulanz.




Bei dieser Patientin hatten wir großes Glück. Ihr Zustand war sehr kritisch, doch Gott sei Dank kam sie noch rechtzeitig zu uns. Ihre einzige Sorge, als sie wieder zu Bewusstsein kam, war ihr Sohn, für den sie aufopfernd sorgt.
Am 4. Oktober, dem Festtag des heiligen Franziskus, bekamen wir unser Zertifikat:


Am 7. Oktober war es endlich so weit, dass wir den ersten Orientierungstag für die Mütter unter- und fehlernährter Kinder durchführen konnten. Wir hatten 28 Kinder aus den verschiedenen Bezirken von Bugko ausgesucht. Wir legten Regeln fest, die die Mütter befolgen müssen, damit das Programm nicht nur in einer „Fütterung“ endet, denn damit ist den Kindern nicht geholfen und das Programm hat keinen Erfolg. Die Kinder wurden gewogen und gemessen, um den Grad der Unterernährung zu ermitteln. Anschließend zeigten wir ihnen einfache Hygiene-Regeln wie das Händewaschen vor dem Essen, was hier noch selten ist.




In der folgenden Woche untersuchte Dr. Quilatan die Kinder und legte fest, welches Kind noch entwurmt werden muss oder sonstige medizinische Hilfe in Ergänzung zum Ernährungsprogramm braucht.




Wir legten besonders Wert darauf, dass wir nährstoffreiche Nahrungsmittel aus der Umgebung verwenden, da die Mütter es sich nicht leisten können, teure Nahrungsmittel im Geschäft zu kaufen, und wir kochten auf Kohle (aus Kokosnussschalen), sodass wir möglichst die Situation hatten, die die Familien auch zu Hause vorfinden. Die erste Woche wurde in unserer Ambulanz gekocht unter der Mitwirkung der Volontäre, da diese die Frauen und Kinder auch in den nächsten Monaten zu Hause begleiten werden. Schwester Veronica und ich besuchen die einzelnen Gruppen im Rahmen des Rotationsverfahrens, um den Fortschritt der Kinder zu beobachten und bei Problemen zu helfen. Z.B. aßen die Kinder in einer Gruppe keine gekochten Eier, und so versuchten wir es einfach mit Rühreiern, und das wurde von den Kindern gut angenommen. Leider muss man sagen, dass die Mütter hier selbst so einfache Umdenkschritte nicht durchführen und daher ist es so wichtig, dass wir immer wieder selbst in die Gruppen gehen.





Die ganze Gruppe mit den Volontären
Die erste Gruppe der Kinder ist noch bis in den Januar hinein im Programm. Was wir bisher sagen können, ist, dass alle Kinder an Gewicht zugenommen haben und auch weniger krankheitsanfällig sind. Das endgültige Ergebnis lesen Sie/Ihr dann im nächsten Brief.
Am 22./23. November brauste der Typhon „Mina“ über Bugko hinweg und zerstörte viele Dächer, Bananenpflanzen und Kokosnusspalmen. Leider ist auch unser provisorisches Zelt, in dem wir die Schulungen abhalten, das schon einmal notdürftig geflickt wurde, dem Sturm zum Opfer gefallen. Wir reparierten es so gut es ging und hoffen, dass es nun länger Bestand hat, bis eine andere Lösung gefunden wird.



Neben den Erfolgen erleben wir auch viel Trauriges, Patienten denen wir nur wenig oder gar nicht helfen können. Selbst das Krankenhaus in Catarman ist bei vielen Erkrankungen nicht gut genug ausgerüstet.





Zum Schluss noch ein paar Bilder von unseren Hausbesuchen, damit Sie/Ihr einen Eindruck bekommt, was wir hier so vorfinden. Manchmal ist eine Kerze die einzige Lichtquelle:





Mit den besten Wünschen für eine gesegnete Weihnachtszeit Eure/ Ihre
Sabine Korth
Malipayon nga Pasko (Frohe Weihnachten) aus Bugko!
