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Liebe Mitglieder, liebe Freunde und Förderer von Mabuhay!
Wie jedes Jahr im Dezember war ich in Deutschland, um meine Familie zu besuchen und Freunde und Unterstützer unserer Klinik zu treffen. Den Abschluss meines Besuchs bildete am 5. Januar unsere jährliche Hauptversammlung, und es war unglaublich schön, dass so viele von Euch/Ihnen trotz des doch instabilen Wetters gekommen waren. Der Saal im Haus Elisabeth füllte sich schnell und bald reichten die Stühle kaum noch aus. Durch Eure/Ihre Unterstützung in so vielfältiger Weise konnten wir 2024 so viel erreichen, und das zeigt auch Euren/Ihren Besuch bei der Mitgliederversammlung, zu der auch immer Interessierte und Freunde kommen und gern willkommen sind. Leider haben wir im vergangenen Jahr 14 unserer Mitglieder verloren, was uns alle sehr geschmerzt hat, da sie uns doch über so viele Jahre hinweg unterstützt und ihr Interesse gezeigt haben. Über die Jahre sind wir fast zu einer Familie geworden und tragen die Freuden, aber auch das Leid der anderen mit, wenn auch aus der Ferne. Wie gerne wären wir öfter und länger bei Euch/Ihnen, aber die Klinik in den Philippinen lässt es nicht zu.




Meine Rückreise gestaltete sich schwierig, da das neue Jahr anfing wie das alte aufgehört hatte – mit sehr viel Regen- und so fiel mein geplanter Rückflug nach Catarman aus. Weite Teile von Nord-Samar waren überschwemmt, und auch die Hauptstraßen waren erneut unpassierbar. Diese Naturkatastrophen häufen sich und machen es uns – und vor allem unseren Patienten – nicht einfacher. Der zweite Anlauf klappte dann. Kaum war ich zwei Tage in der Klinik, versagte mir die Stimme und die Konsultationen verliefen nur noch im Flüsterton. Dies war sehr anstrengend, aber zum Glück half meine Übersetzerin aus, da sie schon lange bei uns ist und weiß, was ich alles fragen werde, und die Patienten waren froh, dass ich trotzdem in der Klinik war.



Am 15. Januar wurde unser neuer Bischof Noli Buco D.D. eingeführt. Es war eine große Feier und es kamen 15 Bischöfe und Hunderte von Priestern neben den anderen Gläubigen aus vielen Provinzen und füllten die Kathedrale von Catarman bis zum letzten Platz.


Unsere ersten Besucher kamen am 23. Januar an. Martin Baulig und Alma Cala aus Manila sowie Margret Baulig aus Niederwerth. Wie schon im vergangenen Jahr wollte sie sehen, was das Mabuhay-Projekt leistet. Es war gut, dieses Jahr etwas mehr Zeit zu haben und sich auszutauschen. Alma Cala kam zum ersten Mal und so war für sie alles neu. Sie wusste nicht, was wir neben der Klinik noch alles machten.


In der letzten Januarwoche kamen dann die ersten Zahnärzte des Jahres zu uns. Hanna W., Sarah Christine S., Laura K. und Philipp J. hatten schnell viele Patienten, da bereits in den Wochen zuvor immer wieder nach den Zahnärzten gefragt worden war. Die Zahnklinik war fast zwei Monate geschlossen und so hatten die Vier schnell Patienten.


Am 16. Februar kamen Lena Klein, Annika Pfaller, Alexander Manolow (Freiburg) sowie Sophia Weiß (Regensburg). Sie übernahmen die Zahnklinik sofort. Für zwei Tage unternahmen Lena Klein, Annika Pfaller und Sophia Weiß eine sogenannte Dental-Mission. Dort wurden Zähne gezogen und die Kinder eine Prophylaxe durchgeführt. Das Ganze fand in einer Art „Sporthalle“ statt. Sie wurden von der Präsidentin der Dental-Assoziation Nord-Samar eingeladen. Ich glaube, die lokalen Zahnärzte wollten sehen,
ob unsere deutschen Zahnärzte auch behandeln können. Es war eine gute Erfahrung für beide Seiten und sehr viele Behandlungen konnten durchgeführt werden. Als Alexander Manolow abreiste, kam Fabian Clad (Würzburg) für eine Woche zum Team. Alle wurden bereichert durch den regen Austausch untereinander und durch die Erfahrungen, die jeder während des Studiums gemacht hatte.



Vom 21. bis zum 26. Februar kam Marion Schlohsnagel aus Koblenz zu uns. Sie besuchte ihren Sohn Philipp in Manila und nutzte, wie jedes Jahr, die Zeit, auch zu uns zu kommen, um zu helfen. Sie räumte unser Verbandsmateriallager auf und sortierte alles und beschriftete es, sodass jeder gut zurechtkommen kann. Es ist eine riesige Hilfe, da ich oft nicht dazu komme, den Raum aufzuräumen, da ich zu viel Arbeit in der Klinik habe. Durch die Beschriftungen in Deutsch und Englisch können nun auch die Freiwilligen die
gesuchten Verbandsmittel finden. Als Apothekerin im Ruhestand schaute sie auch in der Apotheke vorbei und sah die Bestände durch.



Am 23. Februar kam das ISM-Team (International Surgical Mission) aus den USA. Dieses Jahr bestand das Team aus 32 Personen, darunter Ärzten, Anästhesisten, Krankenpflegerinnen und Krankenpflegern, einem Pathologen, einem Gastroenterologen sowie Freiwilligen. Ich begrüßte sie schon am Flughafen. Dieses Jahr toppten wir alle vorherigen Jahre und es wurden 504 Patienten in nur 12 Tagen behandelt. Es wurden 80 Endoskopien, 188 stationäre Ops in Vollnarkose und 236 ambulante Operationen durchgeführt. Viele unserer gelisteten Patienten konnten behandelt werden und erhielten sogar Vorrang, da wir Teil des Teams sind. Seit 18 Jahren arbeiten wir zusammen und das USA-Team ist froh, dass unsere Patienten immer gut vorbereitet sind. Unsere Freiwilligen nehmen Patienten auf, assistieren bei Operationen und bereiten die Instrumente vor. Es ist immer sehr anstrengend , aber am Ende
überwiegt die Freude, so vielen Patienten geholfen zu haben.




Am 2. März kam Dr. Peter Pryzibilsky aus Alzey und arbeitete 3 Wochen in der Klinik. Er hatte sich auf eine Annonce im Deutschen Ärzteblatt begeben und wollte sich mit seiner Erfahrung nicht nur in der Inneren Medizin, sondern auch in der Tropenmedizin und Chirurgie bei uns einbringen. Er blieb fast 3 Wochen und sah dabei auch viele unserer operierten Patienten.


Vom 7.- 9. März war ich nach Manila eingeladen, um im Deutschen Club einen Vortrag über unsere verschiedenen Programme zu halten. Der deutsche Club unterstützt unser Ernährungsprogramm schon seit 17 Jahren und die Mitglieder haben von uns gehört und wollten wissen, was wir sonst noch machen. Schirmherr war der deutsche Botschafter Dr. Andreas Pfaffernoschke. Es war mein erster Vortrag in Englisch vor so großem Publikum . Der Saal war voll und alle waren sehr interessiert. Neben mir stellten sich noch der Verein Springboard und World Vision vor. Ganz zu Beginn sagte der Botschafter, dass er sich mit unserem Projekt sehr verbunden fühlt und es bereits besucht hat. Das war natürlich wunderbar. Unsere Freunde im Deutschen Club wissen wir immer an unserer Seite und sie versuchten sich bei dem Abend erneut für uns einzusetzen.




Für 10 Tage hatten wir wieder Schüler der Highschool zum Praktikum in der Klinik. Sie sahen die verschiedenen Bereiche der Klinik und bringen sich, soweit möglich, ein. In der Zahnklinik waren sie wegen ihrer Übersetzungskünste besonders gern gesehen. Mit der hiesigen Highschool stehen wir schon lange in Verbindung und diese Praktika dienen dazu, den Schülern Einblicke in verschiedene Berufssparten zu geben. Stolz präsentierten sie am letzten Tag ihre Zertifikate und hatten für jeden
von uns einen kleinen Dankesbrief geschrieben.


Am 19. März kam Dr. Chiara Panthke zu uns. Sie war 2019 bereits als Studentin bei uns und arbeitet nun an der Universitätsklinik in Hamburg als Zahnärztin und Dozentin. Die Wiedersehensfreude war riesig. Wir hatten über die Jahre hinweg immer geschrieben und den Kontakt gehalten, und sie hatte den Wunsch geäußert, zurückzukehren. Dank ihrer großen Erfahrung in der Universitätsklinik waren die Patienten in guten Händen, selbst bei schwierigeren Zähnen. Daneben erkundeten wir ein wenig die Insel und frischten Erinnerungen auf. Der Abschied war auf beiden Seiten nicht ganz einfach, da die kurze gemeinsame Zeit sehr schön war und Chiara fest entschlossen war, wiederzukommen.


Dr. Nicole Gebauer kam am 23. März. Sie hatte in Rumänien studiert und arbeitete schnell mit Chiara zusammen. Beide gingen zusammen auf eine weitere Dental-Mission in der benachbarten Stadt und sammelten dort Erfahrungen der anderen Art, da die Patienten nur auf einem Hocker saßen und dabei Zähne gezogen bekamen. Andere Behandlungen gab es nicht und beide waren froh über ihre Stirnlampen.
Rückenschonend war es auch nicht und so waren beide froh wieder zurück in unsere, vom Hilfswerk der Deutschen Zahnärzte ausgestattete, Zahnstation zu kommen.



Dr. Christian Nick und seine Frau Bärbel waren im selben Flugzeug wie Dr. Nikola Gebauer. Dr. Nick übernahm die Klinik sofort und behandelte die Patienten dort, sodass ich wirklich entlastet war und andere Aufgaben erledigen konnte. Da er schon hier war, lebte er sich schnell wieder ein und gab mir wertvolle Tipps und Hilfestellungen für den Alltag, sodass ich die Patienten künftig besser betreuen kann. Ich lerne immer wieder viel von ihm und bin dafür sehr dankbar. Die Patienten waren froh über
den erfahrenen Arzt, der sie nicht nur freundlich begrüßte, sondern auch genau untersuchte, was sie von den lokalen Ärzten nicht so gut kannten. Dazu führte er Akupunkturen und kleinere chirurgische Eingriffe durch.
Seine Frau Bärbel half überall, wo zwei Hände nötig waren, und bereitete auch die Pakete für unsere Kinder im Rahmen des Ernährungsprogramms vor. Wir unternahmen ein paar Ausflüge in die Umgebung, damit der Aufenthalt nicht nur Arbeit war, sondern auch Gelegenheit bot, etwas von unserer Insel zu sehen.








Männliche Unterstützung kam am 30. März mit Moritz Henne zur Zahnstation. Er hatte in Freiburg studiert und stammt aus einer Zahnarztfamilie. Seine fröhliche und lustige Art war ansteckend, und neben den Patienten in der Zahnklinik gingen wir auch ins Dorf und führten dort Zahnpflegeschulungen für die Kinder durch. Leider ist der Zahnstatus der Kinder oft nicht gut und so wollen wir vermehrt auf Schulungen und
Prophylaxe setzen, damit künftig mehr Zähne erhalten bleiben. Nikola und Moritz machten die Arbeit mit den Kindern viel Freude und die Kinder verloren schnell ihre Scheu vor den „weißen“ Zahnärzten.




Wieder waren die ersten Monate des Jahres sehr bewegt und zeitweise sehr anstrengend. Neben den Umweltkatastrophen hatten wir viele Gäste, darunter Zahnärzte und Ärzte, die uns dabei unterstützen, den Menschen in Not hier in Nord-Samar zu helfen. Allein können wir es nicht leisten, daher sind wir für jede Hilfe dankbar. Nicht jeder von Euch/Ihnen kann sich auf den Weg zu uns machen, aber durch Eure/Ihre vielfältigen Spenden und Nachrichten wissen wir, dass Ihr/Sie uns sehr verbunden seid und unsere Arbeit unterstützen. Jede Spende kommt da an, wo sie gebraucht wird, und ich möchte an dieser Stelle auch dem ehrenamtlichen Vorstand von „Mabuhay-Hilfe zum Leben e.V.“ danken für die unermüdliche Arbeit, die in Deutschland geleistet wird. Viele Hände tragen zum Erfolg unseres Projekts in Bugko bei – und damit seid Ihr/Sie alle gemeint.
Und so grüße ich Euch/Sie in herzlicher Verbundenheit. Eure / Ihre
Sabine Korth
Salamat (Danke) aus Bugko!