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Bugko, im August 2008
Liebe Mitglieder, liebe Freunde und Förderer von Mabuhay!
Wie schon im April angekündigt, möchte ich zuerst meine drei Besucher hier zu Wort kommen lassen, damit sie euch/ihr von ihren Erfahrungen hier berichten können.
Unser Besuch bei Sabine Korth und Schwester Veronica vom 15.03. bis 29.03.2008
Mabuhay – heißt „Herzlich willkommen!“


Von Sabine hatten wir die Einladung: „Kommt doch mal vorbei!“ erhalten. Das hört sich hierzulande ganz normal an, aber wenn Sabine Korth so was sagt, wird es schon heftiger. Schließlich lebt und arbeitet sie auf den Philippinen und die liegen von uns aus gesehen am Ende der Welt.
Entsprechend gut mussten die Vorbereitungen für die lange Reise sein. Fast ein Dreivierteljahr ging ins Land, bevor wir für uns das Geld für die Reise gespart hatten, Flüge gebucht, Impfungen empfangen und einen richtigen Termin für die lange Reise gefunden hatten.
Als wir nun unseren Bericht verfassten, kam uns als Erstes die große Gastfreundschaft der Filipinos in den Sinn. Vom Empfang in Manila am Flughafen, über die familiäre Betreuung durch eine Gastfamilie in Manila, über die Empfangsparty der Volontäre in Bugko mit einstudiertem Tanz (extra nur für uns), mitgebrachtem Essen und gemalten Plakaten bis hin zu den vielen Einladungen in Bugko. Alle wollten „Ihren Besuch aus Deutschland“ in ihrem Haus willkommen heißen und mit den tollsten einheimischen Leckereien verwöhnen. Manchmal fiel es schwer, all das anzunehmen, da wir ja vor Ort sahen, dass viele selbst nicht genug zu essen hatten. Aber eine Einladung ablehnen – das käme einer Beleidigung gleich. So war es für uns oft ein „Spagat“ – mit Sicherheit.
Das von uns sogenannte „Buschkrankenhaus“ von Sabine ist unbeschreiblich. Wir waren überrascht, wie sich die Ambulanz in der kurzen Zeit schon entwickelt hat. Wir begegneten den vielen Sachen, die in Deutschland verpackt wurden und in den Containern auf Reisen gegangen waren. Dort in Bugko tun sie nützliche Dienste und sind ein Segen für die Bevölkerung, vor allem, wenn man die Verhältnisse im örtlichen Provinzkrankenhaus in Catarman sieht.
Die Verhältnisse dort sind erschütternd. Während unseres Aufenthaltes führte man uns voller Stolz durch die dortigen Räume – teils schon sehr schön renoviert, dennoch für unsereins ein Schock. In den Patientenzimmern teilen sich bis zu drei fremde Personen ein Bett (obwohl die Bezeichnung auch irgendwie nicht stimmt, ist es eher ein Gestell mit einem Brett – ohne jegliche Auflage oder gar Bettwäsche). Und bis zu 5 Betten in einem kleinen Raum. Das Labor ist teilweise mit modernen Geräten ausgestattet, die gespendet wurden, aber leider gibt es kein Zubehör. Und das vorhandene Röntgengerät ist ein Vorkriegsmodell (Baujahr 1931) und kann nur genutzt werden, wenn der Patient vorher einen Film in der nächsten Apotheke kaufen kann. Für uns, die wir den westlichen medizinischen Standard in allen medizinischen Einrichtungen gewohnt sind, war der große Unterschied kaum auszuhalten.
So waren wir froh zu sehen, dass unser „Buschkrankenhaus“ einen Unterschied macht in der Hygiene, der Betreuung der Menschen und der Ausstattung. Es ist ein Ort den Menschen aus Bugko und der Umgebung zu helfen, und wir sahen, dass die Patienten, die kamen, dass auch zu schätzen wissen und froh sind dort Hilfe zu finden. Sie wissen, welch Segen die beiden Schwestern, Sabine und Veronica, für sie sind. Das zeigt zum einen die ständig steigenden Patientenzahlen, aber auch die hohe Zahl an freiwilligen Helferinnen, die das Ernährungsprogramm betreuen und die Schwestern unterstützen.
„Sabine ist angekommen!“, so drückte es Tina an einem Abend aus, die ja nun Sabine schon aus Kindheitstagen kennt. Das ist Ihre Welt. Und mit Sicherheit keine einfache Welt, in der man gegen viele „Neins“ und „geht nicht“ ankämpfen muss, die nicht nachvollziehbaren Gegebenheiten (z.B. den wöchentlichen Stromausfall – brownout) vor Ort und viele Umwege, die man gehen muss, um an sein Ziel zu kommen. Aber wenn es einer schafft, dann Sabine. Mit der tatkräftigen Unterstützung von Schwester Veronica, die die sprachlichen Barrieren einreißt und so eine Brücke schlägt.
Wir hatten vierzehn wunderbare Tage in einer für uns fremden Welt. Wir durften Gastfreundschaft, Hilfsbereitschaft und Freundschaft erfahren. Wir erinnern uns gerne an die vielen Einladungen zum Essen bis hin zu kleinen selbstgemachten Geschenken aus Palmenwedeln, von Blumenkränzen oder gesammelten Muscheln, oder auch nur das strahlende Lachen der Kinder, wenn wir „weißen mit den hellen Haaren“ kamen.
Alle unsere Erlebnisse in Worte zu fassen ist fast unmöglich. Deshalb schauen Sie einfach ein paar Bilder von unserer Reise an. Wir für unseren Teil, werden diese Reise nicht vergessen und sicher auch noch einmal dort hinfahren. In der Zwischenzeit, werden wir mit unseren Mitteln, Sabine und Schwester Veronica, weiter unterstützen. Jede auch noch so kleine Hilfe ist für die Menschen dort wertvoll und hilft weiter und so werden wir versuchen neue Mitglieder zu werben und einfach nur von Mabuhay erzählen – denn
Mabuhay heißt herzlich willkommen!























Es grüßen herzlichst Brigitte Meckelholt, Tina Hilger-Schoofs und Sabine Leppkes
Nun geht es hier weiter mit dem Bericht von Sabine Korth:
Als die Regenfälle endlich aufhörten, konnten die Bauern endlich ihren Reis ernten und trocknen. Die Reisernte war nicht so ergiebig, so dass in den nächsten Monaten in den Philippinen eine Reisknappheit kommt, und dass, wo Reis hier das Haupt- und manchmal das einzige -Nahrungsmittel ist. Wir konnten zum Glück für unsere Kinder ausreichend Reis sicherstellen, sodass unser Ernährungsprogramm nicht gefährdet ist.



Im April kam Claire Garnier für 2 Monate zu uns. Claire ist 23 Jahre jung und studiert an der Grenoble International Cooperation. Sie kam im Auftrag einer australischen Gesellschaft, um unser Programm hier zu beobachten und zu dokumentieren, damit es hier in der Region evtl. dupliziert werden kann, um die gesundheitliche Situation auch im weiteren Umkreis zu verbessern und, um noch mehr Menschen Zugang zu medizinischer Versorgung zu ermöglichen.


Ende April bekamen wir die gute Nachricht, dass die Gesellschaft der Deutschen Zahnärzte unter Leitung von Herrn Dr. Winter uns eine komplette zahnmedizinische Untersuchungseinheit für Bugko finanzieren wird. Damit können wir dem nächsten großen Notstand hier gegenübertreten. Neben dem medizinischen Notstand und dem Ernährungsproblem ist nämlich die zahnmedizinische Versorgung der Menschen hier gleich null, weil sie sich den Zahnarzt nicht leisten können. Bei Zahnschmerzen nehmen sie 2 Tabletten Penicillin, und wenn das nicht hilft, wird der Zahn gezogen. Die Folge ist, dass hier viele schon sehr junge Menschen überhaupt keine Zähne mehr haben. Eine regelmäßige Zahnhygiene kennen sie nicht. Wir konnten zwei Zahnärzte als Volontäre für unsere Arbeit hier gewinnen und der Schwerpunkt ihrer Arbeit wird auf Prophylaxe und Zahnerhaltung liegen.




Vom 4-7 Mai konnten fünf unserer Volontäre an einem Seminar über alternative Medizin teilnehmen. Veranstalter war Integrative Medicine for Alternative Healthcare Systems (INAM)-Philippines. Ihre neu gewonnenen Erfahrungen teilten sie bei einem der regelmäßig stattfindenden Treffen mit den anderen Volontären. Sie erhielten Informationen über verschiedene Heilpflanzen, unterschiedliche Krankheitsbilder und bekamen als Aufgabe Bugko zu evaluieren bzgl. häufigsten Krankheiten, Möglichkeiten zur Verhinderung von Krankheiten, Familienstruktur usw. Die Ergebnisse werden in unsere Arbeit hier einfließen.



Mit den besten Wünschen für eine schöne Sommerzeit bin ich Eure/ Ihre
Sabine Korth
Salamat (Danke) aus Bugko!