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Liebe Mitglieder, liebe Freunde und Förderer von Mabuhay!
Zu unserer großen Ehre und Freude kamen am 18. August seine Exzellenz, Herr Botschafter Dr. Andreas Pfaffernosche, und seine Frau Marina sowie eine Delegation von Siemens Healthineers, Inc., mit ihrem Präsidenten und Manager Michael Schmermer, zu uns nach Bugko. Anlass war die Übergabe eines neuen Ultraschallgerätes von Siemens an uns. Dieses Gerät wird uns helfen, die Diagnostik noch schneller durchzuführen, da die Patienten nicht in die Stadt fahren müssen.


Es war wirklich ein großes Ereignis und eine Ehre für uns, dass der deutsche Botschafter kam, denn die Provinz hatte noch nie einen Botschafter seines Ranges begrüßt. Wir organisierten alles und das war nicht wenig, aber wir wollten unser Projekt und unser Leben hier so gut wie möglich präsentieren. Begrüßt wurde er am Flughafen von einer Delegation von Freiwilligen und fahnenschwenkenden Kindern aus dem Dorf. Dazu kamen Delegierte des Gouverneurs zur Begrüßung. Es war herrlich, und die Freude bei allen war groß. Mit Dr. Andreas Pfaffernoschke, Ehefrau Marina und Herrn Schmermer machten wir nach dem Frühstück eine Tour ins Landesinnere, da sie auch etwas von der Insel sehen wollten. Die Übergabe des Ultraschallgerätes fand am Nachmittag statt. Glücklicherweise war im Siemens-Team auch eine Trainerin für das neue Gerät, so dass unsere Freiwillige sofort angeleitet werden konnte. Dazu kann sie Siemens Online-Kurse belegen, um noch vertrauter mit dem Gerät zu werden. Der erste Tag endete in einem großen Fest, bei dem auch Vertreter der Senioren, der Grundschule und der Highschool Tanzeinlagen brachten.



Am zweiten Tag standen die Kinder erstmal im Mittelpunkt. Siemens hatte für über 200 Kinder Schultaschen gepackt, die wir unter dem Jubel der Kinder in der Grundschule verteilt haben. Von dort ging es weiter zu den Kindern im Ernährungsprogramm. Danach wurde ein Treffen mit Vertretern von Caritas Germany im Seniorenzentrum vereinbart.








Der Nachmittag war der offizielle Teil mit einem Besuch beim Gouverneur und einem Abendessen in dessen Residenz. Leider hatten der Botschafter und das Siemens-Team nicht mehr Zeit, aber wir sind sicher, dass es nicht der letzte Besuch war.




Am 1. September kam Taifun Enteng (Internationaler Name Yagi) über uns. Unser Gebiet wurde von starken Regenfällen überflutet, anderswo gab es Erdrutsche, Erdverschüttungen und umgestürzte Bäume. Der Schiffsverkehr wurde eingestellt und einige Straßen waren wieder unpassierbar. Natürlich wird wieder viel Strom aus.




Am selben Tag kamen Jan Munk, Marie Plate und Patricia Müller, allesamt „neugebackene“ Zahnärzte von der Uni Mainz, bei uns an. Wegen starken Regens und schlechter Sicht musste der Pilot drei Landeansätze machen, um das Flugzeug nach unten zu bringen. Gott sei Dank ging alles gut und die Drei kamen wohlbehalten an. Am nächsten Tag begannen sie zu arbeiten.


Am 15. September kamen Dr. Markus Stephan, Frau Claudia Stephan und die Kinder Carolin und Isabell an. Dr. Markus Stephan und Dr. Isabell Stephan sind erfahrene Augenchirurgen aus Bergisch Gladbach. Vielen Patienten wurden untersucht und einigen wurde operativ geholfen. Leider bekamen manche Patienten vor der Operation Angst und kamen nicht. Das war sehr schade, denn es war eine wirklich verpasste Chance, besser sehen zu können. Hier bedarf es noch sehr viel Aufklärung in der Bevölkerung darüber, dass z.B. eine neue Linse bei Katarakt wirklich mehr Sehvermögen schenkt. Carolin Stephan ist noch im Medizinstudium, war in der Klinik tätig und sah dort viele Patienten. Dazu schaute sie ihrem Vater und ihrer Schwester in der Augenklinik über die Schulter. Claudia Stephan half, wo immer es nötig war, sei es als Sekretärin oder bei Augenuntersuchungen. Sie waren ein super Team und gut aufeinander eingespielt. Wir hoffen, dass das „Stephan-Team“ bald wieder kommt, zumal wir inzwischen mehr Equipment haben, da Dr. Stephan nun auch noch eine Phaco-Maschine mitgebracht hat, die die Kataraktoperationen deutlich erleichtert und sicherer macht. Wir müssen auf unserer Seite an der Aufklärungsarbeit arbeiten, damit beim nächsten Einsatz noch mehr Patienten von den Spezialisten profitieren können.









Am 19. Oktober besuchte uns etwas unerwartet der hiesige Governor Edwin Ongchuan mit seiner Frau Bless. Zunächst wollten sie das Seniorenprogramm vor Ort sehen, von dem sie immer wieder erzählt haben. Die Senioren kamen in großer Zahl und freuten sich sehr, da der Gouverneur für jeden ein Geschenk bereithielt.
Wir nutzen die Gelegenheit und zeigten ihm das Klinikgelände. Ehrlich gesagt, glaube ich, hatte er nicht erwartet, was er zu sehen bekam. Er war beeindruckt von der guten Ausstattung und wunderte sich, wie wir das alles so gut managen können. Sr. Veronica hatte er immer einen Arm umgelegt.




Am nächsten Tag kamen Dr. Nina Diedenhofer aus Frankfurt und Katharina Ritter aus Kiel an, sodass die Zahnstation wieder besetzt war. Beide kannten sich vor dem Einsatz noch nicht, freundeten sich aber schnell an.


Am 23. Oktober kam der große Taifun Trami, hier Kristine genannt; er brachte viel Wind und noch mehr Regen mit sich. Viele von Euch/Ihnen haben sicher die Verwüstung und Überschwemmung in den Fernsehübertragungen in Deutschland gesehen. Auch bei uns gab es riesige Wassermassen, und wir konnten die Hauptstraße von beiden Seiten nicht mehr befahren, weil das Wasser zu hoch war. So waren wir, bis der Taifun weiterzog, eingekesselt. Hier gab es keine Schäden am Haus, aber etliche an der Farm, was uns auch schmerzte, da wir ja dabei sind, die Farm richtig aufzubauen und zu bepflanzen. So ein schwerer Taifun ist da ein harter Rückschlag. Vor allem die Strömung war sehr stark, sodass man kaum stehen konnte. Das zweite Bild zeigt es ganz gut.
Am heftigsten wurden die Regionen Bicol und Batangas getroffen, wo es furchtbare Zerstörungen an Gebäuden gab und weit über 100 Menschen ums Leben kamen.




Als die Aufräumarbeiten vorbei waren, kam Super-Taifun Kong-Rey, hier Leon genannt, vorbeigeflogen. Er brachte zum Glück in Nord-Samar keine Wassermassen, nur heftigen Wind, und so waren wir sicher. Andere Gebiete in den Philippinen wurden stark getroffen, und was Taifun Kristine nicht zerstört hatte, zerstörte dann Taifun Leon. Die Versorgung von Manila stand still, da Straßen nicht passierbar waren und einige Brücken zusammengebrochen waren.
In den folgenden Wochen kamen Alina Mohr und Jannick Rösch aus Heidelberg. So hatten wir wieder ein Vierer-Team in der Zahnstation und waren voll besetzt. Zu Beginn kamen nicht so viele Patienten, da sie sich zunächst durch die Taifune ihre Häuser sichern wollten und anschließend mit Aufräumarbeiten beschäftigt waren. Ab der ersten Novemberwoche lief alles wieder normal und die Zahnklinik war gut besucht.



Am 1. November kamen der Direktor des Welfare Komitees des Deutschen Clubs in Manila, Daniel Rossa, und Michael Wiesner, der Trainingsdirektor von Oceanic, für eine kurze Stippvisite, da sie Nord-Samar mit dem Motorrad umrunden wollten. Das Welfare-Komitee unterstützt unser Ernährungsprogramm, und Oceanic bietet Schulungen für Schiffsköche, Catering Services sowie für Ernährung und Nahrungsmittel. Es kam ein reger Austausch zustande und Oceanic versucht uns bei unserem Ernährungsprogramm Hilfe zu geben und auch Schulungen für die Mütter durchzuführen. Leider konnten sie nur wenige Stunden bleiben, bevor sie nach Manila zurückkehrte.


Kaum waren sie weg, kam Taifun Marce, gefolgt von Taifun Nika, Taifun Ofel und Taifun Pepito. Sie kamen kurz hintereinander und alle im November. Taifun Pepito (internationales Taifunname Man-Yi) wurde als Supertaifun eingestuft, da er Windgeschwindigkeiten von bis zu 200 km/h erreichte. In Nord-Samar wurden zahlreiche Vorsichtsmaßnahmen ergriffen und Menschen aus den Küstengebieten evakuiert. Wir in der Klinik hatten 350 Menschen als Evakuierte aufgenommen. Es war wirklich knapp und alle hatten Sorge, dass unser Gebiet direkt betroffen wird. Gott sei Dank, es kam nicht so, und er brachte hier nur sehr starken Wind und Regen, aber die Gebäude hatten keinen Schaden. Unsere Freiwilligen standen uns gut zur Seite und halfen uns sehr, da die Evakuierten ja auch mit dem Wesentlichen versorgt werden müssen. Sie wechselten sich beim Kochen ab, und selbst ein Kind mit einem Asthmaanfall wurde umgehend versorgt. Leider sah es in dem Gebiet, in dem er landete, anders aus: Viele Häuser wurden zerstört, die Anpflanzungen vernichtet, und es gab auch Tote.





Am 10. November kehrte Marina Pfaffernoschke, die Frau des deutschen Botschafters in Manila, zurück. Sie wollte aktiv in der Klinik mitarbeiten. Bei ihrem ersten Besuch war sie so beeindruckt, dass sie unbedingt schnell wiederkommen und die Basis besser erleben wollte. Hier konnte sie erleben, wie das wirkliche einfache Leben der Filipinos aussieht, was sie essen, wie sie wohnen, wie sie sich fortbewegen usw. In der Hauptstadt Manila ist das nicht möglich und so war sie dankbar, die Möglichkeit zu haben. Dazu brachten Sie 10 Kartons mit Kinderkleidung und Schuhen mit, die wir an die Kinder der Fischer verteilen konnten, da sie am stärksten von den Taifunen betroffen waren.








Mit Frau Pfaffernoschke saßen im Flugzeug Konstantin Pfitzer und Jonas Bettingen. Beide Zahnärzte der Universität Freiburg. Sie kannten sich gut und kamen in der Zahnklinik zurecht. Ein paar Tage später kam Stella Kiechle aus München zum Zahnärzte-Team hinzu, und so hatten wir kurze Zeit sogar fünf Zahnärzte hier. Spontan organisierten wir eine Dental-Mission, und viele Patienten kamen.


Am 14. November flogen wir zusammen mit Frau Pfaffernoschke nach Manila, wo ich einen Vortrag für die Ehefrauen und Ehemänner der Botschafter über unsere Programme hielt. Der Vortrag fand in der Residenz des deutschen Botschafters statt und wurde von Frau Pfaffernoschke organisiert. Sie haben einen Verein namens „SHOM“ (Spouses of Heads of Missions) genannt, der uns vielleicht unterstützen kann.


Danach war ein Treffen mit Herrn Christoph Ernst, der seit 30 Jahren auf den Philippinen lebt und dem Lukullus gehört, einer Firma, die deutsche Lebensmittel in die Philippinen importiert, und dann noch ein Gespräch mit Vertretern der GIZ (Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit) hatte. Es war ein bewegter Tag, aber das Interesse an unserer Arbeit hier in Nord-Samar war sehr groß.
Am 3. Dezember, kurz vor meiner Abreise nach Deutschland, kam Dr. Wolfgang Maslak. Er ist ein erfahrener Internist. Er kommt aus Mannheim und ist froh, im Rentenalter noch Menschen helfen zu können. Junge und alte Patienten sind bei ihm gut aufgehoben. An seinem Ankunftstag kamen 8 australische Medizinstudenten, die ihm über die Schulter schauen wollten, und trotz der langen Reise stürzte er sich direkt in die Arbeit.






Durch ihn kann ich am 8. Dezember beruhigt nach Deutschland fliegen, da die Klinik bis zum 20. Dezember gut versorgt ist.
Wir sind froh, dass sich durch eine Anzeige von Dr. Nick im Deutschen Ärzteblatt einige Ärzte gemeldet haben, sodass wir nun auch in der Klinik zunehmend mehr Ärzte aus Deutschland zur Unterstützung haben.
Die zweite Jahreshälfte war wirklich sehr turbulent. Viele Unwetter, viele Besucher, aber auch viele Überraschungen. Ihr/Sie können es an der Länge des Briefes erkennen. Ich glaube, so lange war er noch nie in den vergangenen 17 Jahren.
So können wir immer nur DANKE – SALAMAT sagen für Eure/Ihre stetige Unterstützung unseres Projekts in Bugko. Eure/Ihre finanzielle Unterstützung hilft uns, die Mabuhay Klinik mit all ihren Programmen aufrechtzuerhalten und auch Neues zu wagen, was dem Projekt zuteil werden soll. Immer wieder treten Menschen in unser Leben, die neue Ideen und Vorschläge haben, Neues initiieren, uns finanzielle Hilfe geben und/oder uns als Freiwillige in unterschiedlichen Bereichen ein Stück des Weges begleiten.
Das anfangs kleine Projekt ist zu einem Großen geworden und braucht weiterhin eure/ihre Unterstützung. Die arme Bevölkerung wächst und die vielen Naturkatastrophen werfen uns immer wieder zurück.
Wir schauen positiv in das Jahr 2025, da es bereits viele Zusagen und Anfragen von Zahnärzten und Ärzten gibt, und wir hoffen, dass die Klinik weiterhin ein Zentrum bleibt, in dem vor allem die arme Bevölkerung medizinische und zahnmedizinische Hilfe erhalten kann, und dass es uns möglich ist, professionelle, aber auch fürsorgliche Hilfe zu geben.
Ich wünsche Ihnen/Euch schon heute ein gesegnetes und frohes Weihnachtsfest und für 2025 alles Gute!
Ihre/ Eure dankbare
Sabine Korth
Malipayon nga Pasko (Frohe Weihnachten) aus Bugko!
