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Liebe Mitglieder, liebe Freunde und Förderer von Mabuhay!
Vom 11. August bis zum 22. September kamen Carl Stöcker und Friedrich Küchler zu uns. Beide hatten in Ulm Zahnmedizin studiert und wollten nun den Patienten hier in der Klinik bei ihren Zahnbeschwerden helfen. Da sie vorher schon zusammen gearbeitet hatten, fanden sie sich schnell ein. Vom ersten Tag an war die Zahnklinik voll. Während ihres Aufenthalts kam auch ein Apex-Gerät an, das für die Wurzelkanalbehandlung benötigt wird, und wir bestellten das im letzten Brief erwähnte digitale Röntgengerät. Das war für die jungen Zahnärzte ein wirklicher Gewinn und kam schnell und häufig zum Einsatz. Da es digital ist, bringt es die Vorteile der filmlosen Bilddarstellung mit sich und wir brauchen keine Röntgenfilme und Entwicklerlösungen für dieses Gerät. Die Anschaffung war zwar zunächst etwas höher, im Langzeitvergleich bietet sie jedoch viele Vorteile. Die jungen Zahnärzte führten auch die erste Wurzelkanalbehandlung durch, sodass das Apex-Gerät direkt eingesetzt werden konnte. Wie die Zahnärzte zuvor stellten sie auch den schlechten Zahnzustand der Patienten fest, was sie anspornte, doppelt gut und effizient zu arbeiten. Daneben schulten sie die Patienten in guter Mundhygiene.






Am 10. September kam Philipp Lanwert zu uns. Er hat gerade sein Abitur gemacht und wir freuten uns sehr, als er sagte, dass er gerne ein dreimonatiges Praktikum bei uns machen würde. Ich bin persönlich seit vielen Jahrzehnten mit seiner Familie befreundet, und so war es eine spannende Zeit. Er half bei allen Arbeiten mit, übernahm Fahrdienste und unterstützte bei der Gartenarbeit. Er fand sich auch schnell ins Team ein. Die Hitze und die Moskitos plagten ihn anfangs sehr, doch auch das war nach ein paar Wochen überstanden. Zu den anderen Gästen, die hierher kamen, fand er mit seiner fröhlichen Art schnell Kontakt und im Dorf schnell Freunde. Neben der Arbeit lernte er viel über die philippinische Lebenskultur kennen. Nach dieser spannenden Zeit wünschen wir ihm nur das Allerbeste für seine Zukunft. Er wird im kommenden Jahr in Mainz Politikwissenschaft studieren.




Am 8. Oktober kam ein neues Zahnarztteam, sodass die Zahnbehandlungen fortgeführt werden konnten. Harun Süt, Alice Forstner, Katharina Gorrhian und Anna Hägler. Sie hatten Zahnmedizin an der Uni Regensburg studiert und wollten nun sehr viel arbeiten. Leider kamen Feiertage und die lokalen Wahlen dazwischen, was das Patientenaufkommen stark reduzierte. Alice Forstner musste nach wenigen Tagen abreisen, da sie erkrankte. Es hätten mehr Patienten behandelt werden können, aber für die Bevölkerung standen ihre Zähne den Oktober nicht im Vordergrund. Leider, denn der Bedarf ist weiterhin groß.

Am 30. Oktober fanden, wie bereits erwähnt, lokale Wahlen statt. Es wurden der Ortsvorsteher, sein Rat sowie die Jugendvertreter gewählt. Das sorgt im Dorf immer für etwas Aufregung, da es mehrere Kandidaten gab und dadurch ein enges Kopf-an-Kopf-Rennen wurde. Ich bin da immer nur Beobachter, aber der Ortsvorstand ist für uns eigentlich wichtiger als der Präsident oder die Senatoren, da die ja deutlich weiter von den Bürgern entfernt sind. Die Wahlbeteiligung ist sehr hoch, aber leider werden die Wahlstimmen weiterhin verkauft, was das Wahlergebnis weiterhin beeinflusst.


Am 5. November kamen Marina Gruber, Leandra Dieckerhoff, Julie Kuhl (Uni Gießen) für zwei Wochen, um etwas praktische Erfahrung zu bekommen. Begleitet wurden sie von Herrn Jelte Große-Brauckmann, der bereits seit Langem als Zahnarzt arbeitet. Er will nach seiner Zeit in den Philippinen nach Osnabrück wechseln, um dort in einer großen Praxis mehr über Chirurgie in der Zahnmedizin zu lernen. Die drei jungen Zahnärzte waren froh, ihn im Hintergrund zu haben, wenn die Patienten schwierige Behandlungen erforderten.

Als letzter Gast kam Nina Woitzik aus Freiburg. Sie hatte auch schon Erfahrung in einer Zahnarztpraxis gesammelt, und damit hatten wir mit ihr und Herrn Jelte Große-Brauckmann ein erfahrenes Team zum Jahresende. In der Zahnstation konnten sie vielen Patienten helfen. Wie allen Zahnärzten standen ihnen unsere zwei Freiwilligen Maria und Birgit zur Seite und halfen neben der Aufnahme der Patienten, Übersetzungen, auch bei der Reinigung der Instrumente. Neben der Zahnstation halfen sie uns beim Packen der Hilfsgüter nach der Flutkatastrophe – ich berichte darüber später noch –, brachten sich in der Jugendarbeit ein und lernten Land und Kultur kennen. Beide werden nach der Zeit bei uns noch weiter in die Philippinen reisen.


Im November transportierten wir unsere alte Zahnarzteinheit in die Grundschule, damit die Schüler eine regelmäßige Untersuchung durch unsere Gastzahnärzte haben können. Wir werden in Zukunft auch dort das Fluorprophylaxe-Programm durchführen und die Kinder, die behandelt werden müssen , dann in die Zahnklinik einbestellen. Diese „Außenstelle“ wird viele Vorteile bringen und wir sind froh, dass der alte Zahnarztstuhl noch eine so gute Verwendung findet. Dem Hilfswerk der deutschen Zahnärzte gilt unser Dank für die seit Jahren bestehende Unterstützung unserer Zahnstation.


Neben der Klinik liegt ein großer Schwerpunkt unserer Arbeit auf den Kindern im Ernährungsprogramm. Neben der Anweisung zur allgemeinen Hygiene, wie Händewaschen und Zähneputzen, kochen die Mütter gemeinsam und die Kinder essen in Kleingruppen zusammen. Die Nachfrage ist hoch und im Moment haben wir wieder 100 Kinder an den verschiedenen Standorten integriert. Der deutsche Club in Manila unterstützt uns weiterhin bei diesem Anliegen.


Zur Klinik kommen weiterhin lokale Gastärzte und unterstützen uns bei der Versorgung der Patienten. Die Patienten kommen aus der ganzen Provinz und nehmen lange Wege auf sich. Leider sehen wir oft Patienten mit weit fortgeschrittenen Erkrankungen, was sicher noch auf die Pandemie zurückzuführen ist, in der die Einwohner ja nur mit großen Schwierigkeiten ihr Dorf verlassen konnten und kaum ärztliche Behandlungen in Anspruch nahmen.



Sowohl mit unseren Freiwilligen, als auch mit den Arbeitern haben wir ein Teambuilding Wochenende gemacht, um die Zusammenarbeit zu kräftigen. Es gab viele Gespräche, den Austausch von Erinnerungen, Spiele und Gesang. Nach den vielen Jahren der Zusammenarbeit hat das allen gutgetan und wir haben festgestellt, dass es gut wäre, sich öfter mal auch außerhalb der Klinik zu treffen.






Kurz vor meiner Abreise nach Deutschland kam dann noch die Katastrophe. Lange hatten wir keine Taifune oder ähnliche Naturkatastrophen gehabt und der November ist hier der Anfang der Regenzeit. Nur es regnete über Tage ununterbrochen und am 21. November fielen 618 mm Regen in 24 Stunden, das war so viel wie es sonst in 6 Wochen regnet an nur einem Tag!! Selbst unsere Provinzhauptstadt Catarman wurde überflutet. Es war die höchste Regenfallmenge, die bisher gemessen wurde, und entsprechend hoch stiegen die Flüsse, und es gab ausgedehnte Überschwemmungen, unpassierbare Straßen, selbst die Hauptstraßen waren unpassierbar, viele Erdrutsche , zerstörte Häuser und natürlich kein Strom, da die Leitungen umgekippt waren. Wir machten uns mit dem Auto auf den Weg, kamen aber nicht sehr weit. Das Wasser stand einfach zu hoch. Auch konnte man sich außerhalb des Autos kaum auf den Beinen halten, so stark war die Strömung. Nach dem 21. November regnete es weiterhin, allerdings nicht mehr so heftig, und das Wasser konnte in den folgenden Tagen abfließen. Insgesamt waren 84.500 Familien von der Katastrophe betroffen. Über 1500 Häuser komplett zerstört und auch viel von der Anbaufläche der Farmer zerstört. Wir packten sofort Hilfspakete mit Nahrungsmitteln, Kleidung und Waschmitteln für 100 Familien in einem nahegelegenen Ort. Anderenorts lief Hilfe über die Regierung, Rotes Kreuz und andere Hilfsorganisationen an sowie durch Privatinitiative. So konnte die erste Not gelindert werden, aber die Aufräumarbeiten, Reparatur- und Aufbauarbeiten werden noch länger dauern.








Wieder einmal ist es an der Zeit, DANKE zu sagen für Eure/Ihre stetige Unterstützung unserer Station in Bugko. Mehrmals im Jahr kommen gespendete Hilfsgüter an, und eure/ihre finanzielle Unterstützung hilft uns, die Mabuhay-Klinik mit all ihren Programmen aufrechtzuerhalten.
Das Jahr 2023 war nicht immer einfach, aber wir schauen positiv in das Jahr 2024. Es gibt schon viele Anfragen von Zahnärzten und Ärzten, und wir hoffen, dass die Klinik weiterhin ein Zentrum bleibt, in dem vor allem die arme Bevölkerung medizinische und zahnmedizinische Hilfe erhalten kann.
Wir wünschen Ihnen/Euch schon heute ein gesegnetes und frohes Weihnachtsfest und für 2024 alles Gute!
Ihre/ Eure dankbare
Sabine Korth
Malipayon nga Pasko (Frohe Weihnachten) aus Bugko!
