Liebe Mitglieder, liebe Freunde und Förderer von Mabuhay!
Am 9. August kamen wir wohlbehalten wieder in Bugko an und es gab sofort viel zu organisieren, da wir ja unsere Zahnärzte erwarteten. Am 15. August kamen Paula Damrow und Camilla Lüdecke von der Uni Leipzig sowie Maimouna Diouf und Meike Stoltz von der Uni Münster an. Sie hatten gerade erfolgreich ihr Examen bestanden und wollten nun mehr praktische Erfahrung sammeln.
Leider gab es nach der langen Ruhepause einige Probleme zu lösen. Die Zahneinheiten mussten öfter vom Techniker überprüft werden, da es wiederholt zu Funktionsstörungen kam. Einmal ging die Luft nicht, dann kam kein Wasser oder der Bohrer drehte sich nicht. Zum Glück konnten doch etliche Patienten behandelt werden, aber leider war der Zahnzustand einiger wirklich erschreckend. Durch die Pandemie wurden ja keine Zahnbehandlungen durchgeführt, nicht nur bei uns, sondern in ganz Nord-Samar.
Wir waren froh, dass diesem Zahnarztteam ein weiteres Team folgte, sodass die Zahnbehandlungen fortgeführt werden konnten. Am 13. September kamen Natalie Haußmann, Corinna Frech und Markus Sommerhäuser von der Universität Ulm zu uns. Zur Unterstützung brachten sie Dr. Gerhart Heinze, ebenfalls aus Ulm, mit. Dr. Heinze, mit seiner jahrelangen Erfahrung, half den jungen Kollegen, wo nötig war, und gab Tipps und Ratschläge, sodass die vier Wochen für alle eine sehr fruchtbare Zeit waren und die jüngeren Zahnärzte mit nun mehr Erfahrung wieder nach Hause reisen konnten. Die Patienten fühlten sich gut aufgehoben und schickten weitere Familienmitglieder zur Zahnbehandlung.
Am 14. Oktober kamen Pia Becker und Annika Wiesner für einen Monat zu uns. Leider kamen sie krank an, sodass sie nicht sofort anfangen konnten. Wir führten mehrere Dental-Missionen durch, um mehr Patienten einzuladen. Zudem gingen die beiden in die lokale Grundschule, um den Schülern der ersten bis zur sechsten Klasse Basiswissen über gute Zahn- und Mundhygiene zu vermitteln. Viele Kinder kannten das schon aus dem Fluoridprogramm, aber es ist immer gut, diese Anleitung zu wiederholen, da der Zahnstatus vieler Großer nach der Pandemie Schaden genommen hat. Leider sind die Zähne weiterhin nicht das Hauptanliegen der Bevölkerung, sodass noch viel Basisarbeit nötig ist, um das Bewusstsein der Bevölkerung bezüglich Zahn- und Mundhygiene zu stärken.
Dr. Annika Kraus (Universität Mainz) und Dr. Lena Brürkle (Zürich) folgten am 15. November. Beide hatten jahrelange Erfahrung in der Zahnbehandlung von Jung und Alt und waren auch bereits vermehrt im Ausland im Einsatz, etwa in Peru und Nepal. Nach einem erstmal langsamem Anlauf füllte sich die Zahnstation von Tag zu Tag mehr, und am Ende konnten wir noch nicht alle Patienten annehmen, da es zu viele waren. Die Patienten standen Schlange! Die exzellente Behandlung durch die beiden Zahnärzte sprach sich schnell herum, und die Patienten kamen aus der ganzen Provinz. Leider konnten die beiden nur 2 Wochen bei uns bleiben, da zu Hause die Arbeit rief. Wir hoffen sehr, dass es zu einem zweiten Einsatz kommt in der Zukunft.
Wir/Ihr/Sie sehen, dass die zweite Jahreshälfte durch Besuche bei Zahnärzten geprägt war. Dazu kam die gute Nachricht, dass das Hilfswerk der Deutschen Zahnärzte uns einen neuen Behandlungsstuhl finanziert hat. Dr. Winter vom Hilfswerk war sofort bereit uns diesen Wunsch zu erfüllen, da die alte Behandlungseinheit, nicht mehr voll gebrauchsfähig war und Ersatzteile nach 14 Jahren schwer zu bekommen waren. Zum Zeitpunkt, zu dem ihr/Sie diesen Brief in Händen habt, warteten wir noch auf die Lieferung, da es nach der Pandemie zu Lieferverzögerungen gekommen ist. So werdet ihr/sie ihn im nächsten Rundbrief sehen.
Weiterhin lief unser Ernährungsprogramm für die Kinder. Dies ist uns ja seit Jahren ein wichtiges Anliegen und durch die stark gestiegenen Lebensmittelpreise sind die Eltern froh, dass wir das Programm aufrechterhalten können mit Hilfe des German Clubs in Manila. Wir haben immer um die 75 Kinder im Programm, die sich in Kleingruppen zum Essen treffen. Diesem Programm ist ein Hygieneprogramm angeschlossen, in dem die Kinder Basis-Hygiene und Zahnpflege lernen. Der Höhepunkt ist immer der Abschluss einer Gruppe, wenn die Kinder ihr Zertifikat für die Teilnahme erhalten.
Das Seniorenprogramm wurde intensiviert, und es finden nun regelmäßig Veranstaltungen statt. Am beliebtesten sind das Kochen, Bingo und die morgendliche Zumba. Caritas und Cose kommen regelmäßig und unterstützen das junge Leitungsteam bei der Arbeit und führen auch Schulungen für dieses durch. Wir hoffen, im nächsten Jahr auch einen Mittagstisch anbieten zu können für alle, die alleine zu Hause sind.
Dann kam noch die gute Nachricht, dass wir unser Röntgengerät auf das digitale Modus umstellen werden. Dies wurde zur Hälfte von der deutschen Botschaft finanziert. So sind die Röntgenfilme und die Entwicklerlösungen weggefallen. Während der Pandemie hatten wir immer wieder Probleme, die Materialien zu bekommen, und der andere Grund ist die Umweltbelastung, da es hier noch keine geregelte Entsorgung von Flüssigkeiten und Filmen gibt. An dem Tag, an dem ich abfuhr, wurde das Gerät geliefert, und die Einführung sowie das Training für die Röntgenassistenten finden am 12. Dezember statt. Auch darüber werde ich im nächsten Brief berichten.
Wieder einmal ist es Zeit, DANKE zu sagen für Eure/Ihre stetige Unterstützung für unsere Station in Bugko, denn ohne sie wäre es nicht möglich, sie aufrechtzuerhalten. Danke auch für die vielen Anfragen bzgl. Sachspenden, die mich immer wieder erreichen, damit auch wirklich nur das geschickt wird, was benötigt und gebraucht wird. Danken möchten wir in diesem Zusammenhang auch Franz Meyer, der über all die Jahre Hunderte von Paketen geklebt und mit seiner Frau Margaret gepackt hat. Nie ging etwas verloren und die Kartons kamen immer, nach der doch langen Reise von Bonn nach Bugko, in hervorragendem Zustand an. Aus gesundheitlichen Gründen musste er diese Arbeit nun abgeben und seine Tätigkeit als Kassenwart niederlegen.
Wir schauen positiv in das Jahr 2023, da es viele Anfragen von Zahnärzten und Ärzten gibt, und wir hoffen, dass die Klinik, nach den doch schweren Jahren bedingt durch die Pandemie, wieder wie früher läuft und wir den vielen Patienten, die Hilfe suchen, professionelle Hilfe geben können. So wünschen wir Ihnen/Euch schon heute ein gesegnetes und frohes Weihnachtsfest!
Ihre/ Eure dankbare
Sabine Korth
Malipayon nga Pasko (Frohe Weihnachten) aus Bugko!