Liebe Mitglieder, liebe Freunde und Förderer von Mabuhay!
Vom 29.Vom 14. August bis zum 14. September waren Alexandra Danckworth aus Paderborn und Birte Löchelt aus Lübeck bei uns. Frau Löchelt blieb bis zum 21. September. Beide hatten ihr Zahnmedizinstudium in Hamburg abgeschlossen und wollten nun unserer armen Bevölkerung helfen. Mit viel Energie und Enthusiasmus gingen beide an die Arbeit und machten Zahnfüllungen und Prophylaxe. Leider mussten auch sie wieder viele Zähne ziehen, da es keine Rettung gab. Daher fand bei ihnen auch unser Fluor-Prophylaxe-Programm großes Interesse. Sie schauten den Freiwilligen über die Schulter und gaben Korrekturen, wo nötig. Einige der Kinder wurden anschließend zahnmedizinisch versorgt.
Seit dem 22.Oktober kommt einmal pro Woche ein Radiologe aus Catarman zu uns und führt Ultraschalluntersuchungen durch. Das ist eine große Hilfe bei der Diagnostik.
Vom 13. – 19. September waren wir mit unseren Freiwilligen zum 1. Internationalen Symposium über Moringa, hier Malungay genannt, in Manila. Es ist eine Pflanze, die hier sehr leicht wächst, einen hohen Nährwert hat und reich an Vitaminen und Mineralien ist. Wir verwenden sie bereits in unserem Ernährungsprogramm und wollen ihr einen zentralen Platz in unserem Heilpflanzenprojekt einräumen. Daher nahmen wir die doch sehr lange Fahrt auf uns. Für die 750 km nach Manila brauchten wir fast 24 Stunden, nur um Euch/Ihnen eine Vorstellung davon zu geben. Wir haben im Seminar viel gehört und gelernt, und so hat es sich gelohnt, die lange Fahrt auf sich zu nehmen. Vieles über Moringa ist noch nicht erforscht, aber die Tatsachenberichte sprechen ihre eigene Sprache. Der Ernährungsfaktor war weithin bekannt, aber es gibt bereits erste Studien zur Krebsbehandlung, zur Wundbehandlung und zur Behandlung von Diabetes. Es waren 50 Länder vertreten, was zeigt, dass diese Pflanze internationales Interesse weckt. Zeitgleich fand der asiatisch-pazifische Wirtschaftsgipfel statt, an dem 21 Länder teilnahmen; daher wurden die Sicherheitsmaßnahmen verschärft und der Verkehr unbeschreiblich. Selbst kurze Wege dauerten eine Ewigkeit.
Endlich ist es so weit! Unser Multi-Purpose-Gebäude ist fertig!
Immer wieder habe ich von Fortschritten erzählt. Leider zog sich die Fertigstellung ins Endlose hin. Wir sind dem Hilfswerk der deutschen Zahnärzte unter Leitung von Herrn Dr. Winter zu großem Dank verpflichtet, denn ohne ihn gäbe es dieses Gebäude nicht. Auch viele andere haben mit großen Spenden geholfen, einzelne Räume einzurichten, aber darüber berichte ich später. Ich möchte nun die Räume vorstellen.
Das Gebäude hat zwei Etagen. In der Unteren befindet sich eine Wasserstation, zwei Büros, eine Apotheke, eine Cafeteria, ein kleiner COOP Markt, ein Lagerraum einen Raum für die Elektrik und eine Toilette.
In der Oberen befinden sich zwei Zahnbehandlungszimmer, ein Röntgenraum für Zähne, ein weiterer Lagerraum, eine Patiententoilette sowie zwei weitere Gästezimmer mit Küche und Aufenthaltsraum.
An beiden Seiten gibt es einen Balkon.
Nun zurück zur ersten Etage:
Die Wasserstation: Wasser ist Leben! Sie wurde uns als Soforthilfe vom Rotary-Distrikt Bonn nach dem Taifun Haiyan gespendet. Die Installation und Inbetriebnahme verzögerten sich, da wir die Station in das Gebäude integrieren wollten. Der Hintergrund ist der, dass nach den letzten großen Taifunen, also Haiyan, Glenda und Ruby sauberes Trinkwasser nur begrenzt zur Verfügung stand und seitdem auch die Zahl der Patienten mit Magen-Darm- Erkrankungen ständig gestiegen ist. Sauberes Trinkwasser ist hier keine Selbstverständlichkeit, und wir sind den beteiligten Rotary-Clubs sehr dankbar, dass uns die Zusage für diese Wasserstation unmittelbar nach dem Antrag zukam. Wir können nun alkalines und mineralisches Wasser an die Bevölkerung abgeben. Das Wasser stammt aus unserer eigenen Quelle und wurde auf seine Reinheit geprüft. Zwei Freiwillige nahmen an einer Schulung in Tacloban teil und sind nun täglich mit der Befüllung von Wasserkontainern beschäftigt. Die Nachfrage ist groß und wir sind froh, den armen Menschen hier nun sauberes Trinkwasser zur Verfügung stellen zu können. Vervollständigt wird der Raum durch einen riesigen Tank, in dem Wasser vorrätig ist.
Die zwei Büros: Eines ist für Sr. Veronica und eins für den Leiter unseres Coop-Ladens
Die Apotheke: Da immer mehr Patienten zu uns kommen und mit Medikamenten versorgt werden müssen, kam die Idee auf, eine Apotheke zu bauen. Dadurch werden die Abläufe in der Klinik erleichtert und mehr Menschen haben Zugang zu unseren Medikamenten. Die Apotheke wird von einer unserer Freiwilligen betreut und eine Apothekerin steht ihr zur Seite. Es hat leider, wie viele von euch/Ihnen wissen, über drei Jahre gedauert, bis wir eine Apothekerin gefunden haben. Medizinische Fachkräfte sind hier immer noch schwer zu finden und werden gesucht.
Cafeteria: Viele unserer Patienten kommen von weit her und einige kommen ohne Frühstück, da sie eine Laboruntersuchung haben. In unserem weiteren Umkreis gab es für die Patienten keine Möglichkeit, etwas zu essen zu bekommen. Die Cafeteria war die Lösung und wird nur zu gerne angenommen.
Coop Markt: Der kleine COOP-Laden wird Verbrauchsprodukte zu einem stabilen Preis anbieten, damit die Bevölkerung in Bugko nicht mehr den Preisschwankungen in den Geschäften ausgeliefert ist. Die wichtigsten Verbrauchsprodukte sind hier Reis, Zucker, Seife, Kaffee usw. Im Moment sind die Regale noch leer, da der Coop-Markt erst in Betrieb genommen werden muss. Ein Treffen der Mitglieder hat bereits stattgefunden, und im neuen Jahr wird es eröffnet.
Lagerräume: Der Lagerraum in der ersten Etage wird in der Zukunft für die Waren im Coop-Markt benutzt werden, der andere für medizinische Hilfsmittel.
Elektrik Raum: Hier sind der Stromverteiler und der große Kompressor zu finden, der beide Zahnarzteinheiten versorgt.
Die zweite Etage:
Zwei Zahnbehandlungszimmer: eines in Grün, das andere in Blau. Das grüne Behandlungszimmer ist unsere alte Einheit, die transferiert wurde aus der Klinik. Sie funktioniert immer noch gut und so können nun zwei Zahnärzte zur gleichen Zeit arbeiten. In der Vergangenheit kamen immer wieder zwei Zahnärzte zu uns und nun kann parallel gearbeitet werden. Das neue blaue Zahnarztzimmer wurde vom Rotary Club Wildeshausen finanziert. Die Zahnarzteinheit ist neu und bietet einen hohen Standard. Sie wurde von uns besuchenden Zahnärzten bereits mehrmals mit großer Zufriedenheit eingesetzt und hat sich dabei bewährt. Beide Zimmer sind vom Hilfswerk der deutschen Zahnärzte mit Klimaanlagen ausgestattet worden und machen dadurch das Arbeiten in unseren tropischen Temperaturen erträglich.
Röntgenraum: In diesem kleinen Röntgenraum können einfache Zahnaufnahmen gemacht werden. Daneben befindet sich ein offener Raum, in dem Instrumente aufbereitet werden.
Gästezimmer:
Küche und Wohnraum:
Natürlich gibt es auch Toiletten für die Patienten auf beiden Etagen.
Die Monate rannten nur so vorüber und wieder einmal stehen wir am Ende eines Jahres. Ich Ihnen/Euch Allen erneut ganz herzlich Danken, auch im Namen aller Bugkoano, denn ohne die vielen helfenden Hände und die finanzielle Unterstützung wäre es nicht möglich so viele und vielfältige Hilfe hier durchzuführen und aufrechtzuerhalten.
Und so bin ich mit den besten Wünschen für eine frohe Adventzeit und ein gesegnetes Weihnachtsfest Ihre/ Eure
Sabine Korth
Malipayon nga Pasko (Frohe Weihnachten) aus Bugko!