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Liebe Mitglieder, liebe Freunde und Förderer von Mabuhay!
Das Jahr begann aufregend, da ich am 2. Januar erstmals ein Radiointerview bei WDR 5 hatte. Ich war ganz schön aufgeregt, aber am Ende vergingen die fast 30 Minuten nur so, und Herr Wolfgang Meyer vom WDR 5 führte mich gut durch das Gespräch. Viele haben es gehört, und es gab zahlreiche Rückmeldungen, die unseren Verein und das Projekt Mabuhay hoffentlich immer bekannter machen. Eine Aufzeichnung ist auf der Homepage oder unter „Download“ verfügbar: https://www1.wdr.de/radio/wdr5/sendungen/neugier-genuegt/redezeit-sabine-korth-philippinen-100.html.


Am 3. Januar fand unsere Jahreshauptversammlung statt, und es war ganz großartig, dass viele von Euch/Ihnen sich trotz der widrigen Wetterverhältnisse von nah und fern auf den Weg gemacht haben. Es ist immer schön, Euch/Sie alle zu sehen und in den Austausch zu kommen. Ein spezieller Dank geht wieder einmal an den neuen (alten) Vorstand, denn es ist nicht einfach, in der heutigen Zeit Menschen zu finden, die sich ehrenamtlich in einem Verein engagieren. Es gab viel über das letzte Jahr zu berichten, und auch die neue Homepage fand viel Interesse. Sie ist noch nicht ganz fertig, aber sie hat doch einige neue Eigenschaften und viele Bilder. Sie ist auf Deutsch und Englisch verfügbar und zeigt zudem unser neues Logo. Siehe auch oben im Rundbrief.


Der Januar hat es in sich, und ich konnte froh sein, dass mein Flugzeug geflogen ist. Erst musste in Köln das Flugzeug enteisst werden, und die Landebahn sowie die Startbahn mussten mit Schneepflügen vom Schnee befreit werden, und dann die Zitterpartie von Manila nach Catarman, da die vorherigen vier Flüge wegen schlechten Wetters ausgefallen waren. Gott sei Dank lief alles glatt und ich kam nach Bugko zurück.
Als wir am 12. Januar die Klinik öffneten, war der Andrang groß. Am 14. Januar kam Dr. Georg Fobes aus Bonn/Ippendorf zum fünften Mal. Er brachte seine Frau Doris mit, und sein Sohn Tilo reiste aus Melbourne, Australien, an, um zu sehen, was der Vater hier macht, aber auch, um etwas von der Region zu sehen. Ehefrau Doris arbeitete im Gewächshaus, packte Nahrungsmittel für die Kinder im Ernährungsprogramm und verpackte gemeinsam mit dem Missionsteam aus den USA Materialien für unsere kommenden Operationen. Die Patienten kannten Dr. Fobes teilweise noch aus früheren Jahren und waren bei ihm in guten Händen. Da er schon so oft da war, wusste er genau, wie unsere Abläufe sind, sodass viele Patienten behandelt werden konnten. Leider fiel ihm auch auf, dass viele Patienten zu spät kommen und so krank sind, dass eine Behandlung häufig nicht die gewünschte Heilung bringt, sondern nur eine Stabilisierung des Zustands.
Leider kam schon am 16. Januar der Taifun Ada (International Nokaen) nach Nord-Samar und brachte wieder viel Regen und Wind, was zu Überschwemmungen und großer Zerstörung führte, nicht nur auf unserer Farm, sondern auch außerhalb, mit umgestürzten Bäumen und Beschädigungen an Dächern und Häusern. Selbst unser Klinikdach musste repariert werden. Für Dr. Fobes und seine Familie war es ein besonderes Ereignis, da sie es nur aus meinen Erzählungen kannten.







Am 18. Januar konnten wir die Zahnstation wieder öffnen, da drei junge Zahnärzte aus Leipzig kamen. Die Patienten hatten schon Wochen zuvor bei den Zahnärzten nachgefragt und waren froh, dass die Zahnstation wieder in Betrieb war. Auf dem Plan stand auch ein Besuch in der örtlichen Grundschule, um die Kinder über gute Zahnhygiene und Mundhygiene zu informieren.
Am 31. Januar folgten Juana Moira Rennspieß, Lara Franziska Blume, Danara Homann und Laura Marieke Grümme aus Halle und übernahmen die Zahnstation. Die Vier waren ein gut eingespieltes Team. Leider gab es fast nur Regentage, und sie waren daher sehr klinikgebunden. Auch sie besuchten die Grundschule und waren entsetzt über den schlechten Zustand der Kinderzähne. In der Zahnstation selbst kamen sie gut zurecht, und die Patienten freuten sich über die professionellen Behandlungen aus deutschen Händen.




Vom 14. bis zum 20. Februar kam Marion Schlosnagel aus Koblenz zu uns. Sie besuchte ihren Sohn Philipp in Manila und nutzt, wie jedes Jahr, die Zeit auch, um zu uns zu kommen und zu helfen. Sie räumte unseren Behandlungsraum auf und half, den Operationsraum für die anstehenden Operationen vorzubereiten. Als Apothekerin im Ruhestand schaute sie auch wieder in der Apotheke vorbei und prüfte die Bestände.


Am 15. Februar kamen Daniel Rossa, der Präsident des Welfare-Komitees des Deutschen Klubs Manila, und Michael Wisener von Oceanic, Inc., zu uns, um kurz das Ernährungsprogramm zu besichtigen und die Kinder zu sehen. Die kontinuierliche Unterstützung hilft uns sehr bei der Umsetzung des Programms. Mit derzeit 135 Kindern im Programm zeigt sich, wie nötig es ist, sie zu unterstützen. Inzwischen haben wir das Programm auf drei Dörfer ausgeweitet, um das Problem der Unterernährung noch besser anzugehen. Im täglichen Klinikalltag sehen wir, wie groß der Bedarf auch in anderen Dörfern der Umgebung ist, und wir hoffen, dass wir in Zukunft auch diese Kinder einbeziehen können. Der Höhepunkt für die Kinder ist immer, wenn sie am Ende ihr Teilnahmezertifikat erhalten.




Am 23. Februar kam das ISM-Team (International Surgical Mission) aus den USA. Dieses Jahr bestand das Team aus 32 Personen, darunter Ärzten, Anästhesisten, Krankenpflegern/Krankenpflegerinnen, einem Pathologen, zwei Gastroenterologen und Freiwilligen. Schon Wochen vorher waren wir mit den Vorbereitungen beschäftigt. Einschweißen von OP-Tüchern, Vorbereiten von Instrumenten-Tabletts, Informieren der Patienten usw. Bei uns in der Klinik wurden die ambulanten Patienten operiert. Teilweise operierten sie an zwei Operations-Tischen, um die Zeit bestmöglich auszuschöpfen.
Die Warteschlange für Endoskopien (Gastro- und Koloskopien) war besonders lang, da dieses Angebot auf der ganzen Insel nicht verfügbar war. Und erstmals wurde während der Mission eine laparoskopische Operation durchgeführt, die in Deutschland schon seit Jahrzehnten Routine ist.
Es ist anstrengend, aber wir sind alle froh, auch in diesem Jahr vielen Patienten durch kostenfreie Operationen oder Endoskopien geholfen zu haben. Es waren fast 400!




Am 28. Februar brach der Krieg im Iran aus, und wir hofften, dass unsere Gäste alle gut nach Deutschland zurückkehren würden. Um es vorwegzunehmen: Alles ging gut, und sie erreichten sicher ihr Ziel. Der Luftraum über dem Nahen Osten wurde sofort gesperrt, und alle machten sich Sorgen. Wie überall auf der Welt stiegen auch hier die Preise schlagartig. Wir merkten es schnell an den Preisen für Diesel, Lebensmittel und Gas. Wöchentlich steigen sie in die Höhe, und die arme Bevölkerung trifft es wieder am härtesten, weil die Gehälter nicht steigen. In unserer Region sind besonders die Fischer betroffen, da sie für ihre Schiffe Benzin benötigen, das oft nur in begrenzten Mengen verfügbar ist. Manche Tankstellen haben schon kein Benzin mehr.
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| Das war früher | Heute und weiter steigend |
Am 1. März kamen Markus Jennewein und Hannes Häberle, zwei frisch examinierte Zahnärzte von der Universität Freiburg, sowie die Zahnmedizinstudentin Carlotta Keßler von der Universität Münster an. Die drei fanden schnell zusammen und freuten sich auf den ersten Arbeitstag. Für noch junge Berufseinsteiger arbeiteten sie professionell, und die Patienten kamen auch mit schwierigeren Problemen zu ihnen, die sie gut bewältigen konnten. Studentin Carlotta konnte auch einige Patienten allein versorgen, mit dem Wissen, dass sie jederzeit um Hilfe rufen konnte.




Eine Woche später kamen Dr. Simone Busch, eine Gastroenterologin aus Stuttgart, Dr. Michael Schaaf, Oralchirurg aus Bornheim, und seine Frau Ulrike Radeloff-Schaaf, Krankenschwester, zu uns. Wir hatten damit eine optimale Besetzung in Mabuhay. Alle fanden sich schnell ein, und die jüngeren Zahnärzte profitierten von der Erfahrung von Dr. Michaels Schaafs. Zu Beginn funktionierte eine Zahnstuhleinheit leider nicht, aber wir konnten schnell ein Ersatzteil besorgen und installieren. Dr. Schaaf meisterte auch die operativen Patienten ohne Mühe, und das war für die Jüngeren nicht nur spannend, sondern sie lernten auch viel von ihm. Für Hannes Häberle war es eine Bestätigung dafür, dass er später ebenfalls die Weiterbildung zum Oralchirurgen absolvieren möchte.
Dr. Simone Busch sah viele der operierten Patienten. Jeden Tag kamen junge und ältere Patienten aus der ganzen Provinz mit den unterschiedlichsten Erkrankungen. Als Fachärztin für Gastroenterologie stellten die Kinder eine besondere Herausforderung dar, die ich jedoch schnell meisterte. Erfahrung hatte sie auch in der Akupunktur, was einigen Patienten zugutekam. Eine andere Expertise war Ultraschall. Dr. Busch war auch erschrocken darüber, wie wenig die Patienten über Dauermedikation wussten und wie oft sie so spät kamen, dass ihre Erkrankungen bereits weit fortgeschritten waren.
Ulrike Radeloff-Schaaf kenne ich von meiner Ausbildung als Krankenschwester in Bonn, und wir tauschten so manche alte Anekdote aus. Nach jahrelanger Planung war sie froh, alles einmal selbst zu sehen, was sie sonst nur aus meinen Rundbriefen oder aus den Versammlungen kannte. Sie brachte sich in allen Arbeiten in und um die Klinik ein.






Neben der Arbeit in der Klinik sahen sie viel von der Umgebung, kamen mit der Bevölkerung in Kontakt und lernten zudem Bräuche und lokale Feste kennen.
Auch auf der Farm ging es mit voller Motivation ins neue Jahr. Das Wetter verzögerte einige Anpflanzungen, aber z.B. dem Reis machte der viele Regen nichts aus. Bei manchen Pflanzen konnte man das Wachstum täglich beobachten. Die Farmprodukte helfen uns sehr im Alltag, und wir verwenden viel davon für die eigene Küche und das Ernährungsprogramm und können sogar den Überschuss verkaufen. Neu legten wir einen Wurmkompost an, auch Biohumus genannt, um hochwertigen organischen Dünger zu gewinnen und die Erde zusätzlich zu verbessern.





Die ersten Monate des Jahres waren geprägt von vielen Besuchern und schlechtem Wetter mit viel Regen. Wir danken allen, die uns gerade in dieser schwierigen Zeit zur Seite stehen. Der erneute Krieg bereitet viele Sorgen, ebenso wie die damit verbundene Inflation. Zusammen werden wir auch diese Zeit überstehen und sollten gerade jetzt nach Ostern die Hoffnung nicht verlieren, dass aus den Unruhen dieser Welt auch etwas Neues entstehen kann.
Und so grüße ich Euch / Sie in herzlicher Verbundenheit.
Eure / Ihre Sabine Korth
Salamat (Danke) aus Bugko!