Vereinsbrief 2-2019                                                                              Bugko, im August 2019

 

 

 

Liebe Mitglieder, liebe Freunde und Förderer von Mabuhay!

 

 

 

Am 23. April erschütterte ein Erdbeben der Stärke 6.3 unsere Insel. Gott sei Dank hatten wir keine Schäden. In der Umgebung gab es einige Gebäudeschäden, aber trotz des starken Bebens hielt es sich in Grenzen.

 

 

 

Am 26. April kamen Lena Schwarzfischer und Magdalena Großbauer, beide von der Uni München, als „frisch gebackene“ Zahnärztinnen zu uns. Ihre Anreise war sehr beschwerlich und lang, da durch das Erdbeben der Flughafen in Clark so stark beschädigt war, dass er vorübergehend gesperrt wurde. Sie reisten schließlich auf dem Landweg zu uns weiter, was eine Fahrtzeit von gut 24 Stunden bedeutet. Nach etwas Ruhe begannen sie ihre Arbeit in der Zahnklinik. Täglich sahen sie viele Patienten und waren etwas betrübt, dass sie nicht mehr Zähne retten konnten. Füllungen waren oft wegen der Schwere der Karies nicht mehr möglich.

 

 

 

 

Ergänzend kam am 29. April noch Melinda Rausch zu uns. So hatten wir drei junge Zahnärzte mit viel Energie bei uns. Frau Rausch wurde zwei Tage von ihrem Freund Christoph Rupp, einem Medizinstudenten begleitet. Beide sind von der Universität Heidelberg. Herr Rupp plant nach seinem Studium auch zu uns zu kommen und wollte sich erstmal orientieren. Frau Rausch wechselte sofort in Arbeitskleidung und ging in die Zahnstation. Sie blieb bis Ende Mai bei uns und konnte erfreulicherweise doch noch einige Zähne retten. Zahnerhaltung ist immer noch unser Ziel und so waren wir froh so viele junge gute Zahnärzte und Zahnärztinnen bei uns in der Klinik zu haben. Die Patientenzahlen in der Zahnstation stiegen ständig nachdem sich herumgesprochen hatte, dass in der Mabuhay Klinik eine so gute und qualifizierte Zahnbehandlung angeboten wird. Neben den Behandlungen kamen auch viele Patienten zur Prophylaxe Behandlung.

 

 

 

 

Am 13. Mai fanden wieder Nationale und Regionale Wahlen statt. Überall wurde für die Kandidaten geworben. Wie ich es auch schon bei den anderen Wahlen erlebt habe wurden wieder Wahlstimmen gekauft und so ist die Wahl manipulierbar. Sr. Veronica und ich waren den ganzen Tag als Wahlhelfer im Einsatz und wiesen den Wählern den Weg zu ihrem Wahlbüro.

 

 

 

 

Ende Mai ging der heißeste Sommer, den ich hier in 12 Jahren erlebt habe, zu Ende. Zeitweilig wurden in Catarman Temperaturen bis 41.5 Grad gemessen. So sieht man, dass auch die Philippinen nicht vom Klimawandel verschont bleiben, zumal sie durch das Verbrennen von Plastikmüll sehr dazu beitragen.

 

Am 16. Juni machten wir uns auf den Weg nach Bonn um meine Eltern zu sehen und um unsere Freunde und Spender über die Situation vor Ort zu unterrichten. Unter anderem besuchten wir auch die Firma Aesculap AG, die international für ihre Medizinprodukte und Medizintechnik bekannt ist. Firmenhauptsitz ist in Tuttlingen. Schon seit Jahren unterstützt uns Aesculap AG mit Instrumenten und vor kurzem bekamen wir ein neues Koagulationsgerät gespendet, welches im OP für die Blutstillung benötigt wird. Durch dieses Gerät ist es uns nun möglich auch größere Eingriffe ambulant durchzuführen. Begrüßt wurden wir von Frau Katja Zepf, Vorstandsassistentin und Leiterin des Giving Comitees, Herrn Richard Pauli, Leiter Finanz- und Rechnungswesen und Herrn Anton Keller, Leiter der Entwicklungsabteilung. Während unseres Aufenthaltes bei Aesculap AG bekamen wir  eine ausführliche Einführung in die Geschichte der Blutstillung und auch eine praktische Einführung in die Bedienung des Gerätes. Herr Keller gab sich sehr viel Mühe und nahm sich viel Zeit, das Gerät zu erklären und ließ uns die verschiedenen Funktionen ausprobieren. Danach bekamen wir noch eine Führung in den Ausstellungsraum mit dem kompletten Produktprogramm der Firma und den neuesten Entwicklungen in der allgemeinen Chirurgie, Orthopädie und den Spezialdisziplinen bis hin zur 3D Microchirurgie.

 

 

 

 

Initiiert durch den Rotary Club Bornheim und den damaligen Governor Prof. Dr. Bruch bekamen wir von Herrmann Optik in Heimerzheim eine Brillenspende von über 1400 Brillengestellen. Herr Herrmann und sein Sohn haben lange Brillengestelle gesammelt, gereinigt und sortiert, bis diese große Zahl an Brillengestellen zusammen kam. Wir konnten sie kaum transportieren so Viele waren es. Sie werden unseren Patienten in Bugko zu Gute kommen, da täglich Patienten mit Sehstörungen zu uns kommen. Oft können wir den Patienten mit einer Brille schon helfen, manches Mal müssen sie eine Staroperation haben, wie sie von Dr. Stefan im Februar einige Male durchgeführt wurde.

 

 

 

Am 18. Juli reiste mit uns Pater Robert Jauch, OFM (Franziskaner) aus Düsseldorf nach Bugko. Er wollte unsere Station kennen lernen, da er schon viel davon gehört hatte. Er bekam einen Eindruck in unsere verschiedenen Arbeiten, hatte Kontakt mit Einheimischen, sah etwas vom Land und konnte seine franziskanischen Mitbrüder in Calbayog besuchen, die dort eine große Schule und ein Krankenhaus leiten. Jeden Tag feierte er mit uns die heilige Messe und oft nahmen auch unsere Freiwilligen daran teil.

 

 

 

 

Wie Ihr / Sie sehen wird es hier nicht langweilig. Immer wieder kommen neue Gäste zu uns, vor allem aus dem zahnmedizinischen Bereich. Es wäre schön, wenn in der Zukunft auch noch mehr Mediziner sich auf den Weg nach hier machen würden, da unsere Patienten nicht weniger werden und Hilfe gebraucht wird. Allen, die uns immer wieder unterstützen durch Geld- und /oder Sachspenden ein ganz herzliches SALAMAT (DANKE). Ohne Eure/Ihre Hilfe könnten wir den Menschen hier vor Ort nicht so helfen. Bei all unseren Tätigkeiten ist unser Hauptfokus immer der Patient, der zu uns kommt, um Hilfe zu bekommen.

 

 

Nun wünsche ich Euch / Ihnen Allen einen schönen Rest- Sommer und grüße bis zu unserem Wiedersehen im Dezember zu unserer Jahreshautversammlung ganz herzlich

 

Eure/ Ihre

Sabine Korth

 

 

 

 

 


Vereinsbrief 1-2019                                                                                      Bugko, April 2019

 

Liebe Mitglieder, liebe Freunde und Förderer von Mabuhay!

 

 

 

 

 

Im Dezember war ich zwei Wochen in Deutschland und war froh, Viele von Euch/Ihnen bei unserer jährlichen Mitgliederversammlung am 14. Dezember zu sehen. Viele von Euch/Ihnen nehmen weite Wege in Kauf um zu hören, was es Neues von „Mabuhay“ gibt. Auch im Jahr 2018 war wieder viel passiert und so gab es wieder viele Informationen, Bilder und Austausch an diesem Abend.

 

 

 

Am 28. Dezember ging es für mich zurück nach Bugko. Dieses Mal wurde ich begleitet von Frau Jutta Schimmel, einer Nachbarin, die einfach einmal sehen wollte, was wir in der Klinik machen. Ihre drei Wochen waren ausgefüllt von vielen Erlebnissen, da kurz vor unserer Ankunft auf den Philippinen Sturm Usman auf Nord Samar traf und viel Zerstörung anrichtete. Vielerorts gab es Überschwemmungen und Erdrutsche, so dass ganze Dörfer abgeschnitten wurden. Einiges davon habe ich in meinem Sonderbericht beschrieben. Frau Schimmel half bei den verschiedenen Hilfslieferungen und dem Ernährungsprogramm mit, aber ihr Hauptaugenmerk galt dem Heilpflanzenprojekt. Sie tauschte sich rege mit unseren „Kräuterhexen“ aus und gemeinsam wurden neue Rezepte erprobt.

 

 

Ich bedanke mich für die vielen spontanen Spenden, die durch Euch/Sie eingingen nach meinem Sonderbericht über Sturm Usman. Besonders aber auch dem Hilfswerk der Deutschen Zahnärzte und dem deutschen Club in Manila. Durch diese Hilfen wurde es uns möglich,sofort zu helfen und nicht nur Nahrungsmittel und Hygieneartikel zu verteilen, sondern auch Kleidung, Schulmaterialien, Kochutensilien, Waschmittel, Medikamente, Schaufeln, Planen und Baumaterialien. Wieder hatten so viele Menschen ihr Zuhause verloren und es ist bewundernswert, wie sie immer wieder aus dem Nichts neu anfangen. Diese große Hilfe ist nur möglich durch Eure/Ihre Hilfe an uns.

 

 

 

 

Vom 22.Januar bis 1. Februar kamen zu unserer großen Freude Dr. Markus Stephan und Frau Karin Spatz aus Bergisch-Gladbach zu uns. Dr. Stephan ist Augenarzt und Frau Spatz Orthoptistin. Sie hatten zwei Tage Verspätung, da das Wetter keine Landung am Flughafen von Catarman zuließ. Vor zwei Jahren hatten sie ihren ersten Einsatz bei uns und schon damals haben wir über die Möglichkeiten von Augenoperationen gesprochen. Für die Patienten gibt es keinen Augenspezialisten vor Ort. Es wurde ein Augenuntersuchungszimmer eingerichtet und nach vielen Vorbereitungen war es nun soweit und Dr. Stephan machte im wahrsten Sinne des Wortes Blinde sehend. Frau Spatz assistierte ihm die ganze Zeit und beide sind ein gutes Team. In den großen Koffern, die sie dabei hatten, waren viele Medikamente, Instrumente, Augentropfen und Geräte zur Diagnostik. Eine Riesenhilfe, da die geeigneten Instrumente und Augentropfen hier kaum zu bekommen sind. Viele der Operierten reagierten sehr emotional sobald ihr erster Verband abgenommen wurde. Sie konnten tatsächlich das erste Mal sehen und sich ohne Hilfe bewegen. Im Verlauf des Heilungsprozesse verbesserte sich die Sehkraft der grauen Star Patienten deutlich. Insgesamt konnten 17 Staroperationen und 12 Flügelfell Operationen durchgeführt werden. Ein Anfang ist gemacht und täglich kommen Patienten zur Augenkonsultation, so dass wir schon Patienten sehen für den nächsten Einsatz von Dr. Stephan und Frau Spatz. Hoffentlich kommen sie sehr bald wieder!

 

 

Am 10. Februar kamen zum 5. Mal Zahnarzt Dr. Lindner und seine Frau Evelyn aus Bad Kötzting zu uns. Gefolgt von den Studenten der Zahnmedizin Laura Münzberg und Alexandra Petker (beide von der Uni Aachen) und Chiara Pantke (Uni Freiburg). Unter der Aufsicht von Dr. Lindner arbeiteten die Studenten unermüdlich in der Zahnstation. Leider gab es wieder viele Zähne die nicht erhalten werden konnten. Unter Dr. Lindners Anleitung lernten die Studenten sehr viel und konnten hier ihr Erlerntes an den Patienten umsetzen. Es war eine frohe Gruppe, die auch in der freien Zeit viel zusammen unternahm.

 

 

Vom 13. bis 15. Februar hatten wir kurz Besuch aus Olpe / Biggesee. Sr. Magdalena Krol, die Generaloberin der Franziskanerinnen von Olpe, kam mit Herrn Markus Feldmann, einem der Geschäftsführer der Gesellschaft der Olper Franziskanerinnen zu uns, um unsere verschieden Programme kennenzulernen und vor Allem, um den normalen Klinikalltag zu sehen. Daneben konnten sie auch etwas von der Kultur und dem Leben der Philippinos sehen.

 

 

Wie die Jahre zuvor kam am 18. Februar das Team von ISM (International Surgical Mission) aus Colorado/USA zu uns in die Klinik, um hier die ambulanten Operationen durchzuführen und in Biri, einer vorgelagerten Insel, die Operationen in Vollnarkose. Dieses Jahr bestand das Team aus 31 Freiwilligen. In unserer Klinik wurden dieses Jahr 74 Patienten an Cysten und Lipomen von Dr. Tracy Taggart und Dr. Tara Dixon operiert. Doppelt soviele, wie im Jahr davor. Beide sind erfahrene Chirurgen und haben auch schon in anderen Ländern volontiert.

 

 

Vom 3. bis 8. März kam Dr. Klaus De Cassan vom Hilfswerk der deutschen Zahnärzte (HDZ) zu uns, um die Freiwilligen in dem Fluor-Prophylaxe-Programm nachzuschulen und Fragen zu beantworten. Es war ein zweiteiliges Seminar mit Theorie und Praxis. Der praktische Teil fand in unserer Zahnklinik statt und wurde von Kindern des Fluor-Prophylaxe Programms und deren Müttern besucht. Der Schwerpunkt des Seminars lag auf der Schulung in richtiger Mundhygiene und guter Ernährung. Leider ist das Problem der Kinder immer noch, dass sie zu viel Süßes essen und keine richtige Zahnpflege betreiben. Daher müssen hier so viele Zähne immer noch gezogen werden, da eine Zahnerhaltung oft unmöglich ist. Seit 10 Jahren haben wir nun dieses Programm und langsam stellen sich die ersten Erfolge ein, denn nur durch kontinuierliche Schulung der Kinder in der korrekten Zahnhygiene können Erfolge erzielt werden. Unsere Freiwilligen dienen als Transmitter für die Kinder.

 

 

Am 11. März kam Frau Isabelle Seibert und am 20. März Jessica Tu. Beide junge Zahnärztinnen von der Uni Mainz. Sie blieben jeweils vier Wochen und waren schnell in der Zahnstation zu Hause und versuchten so viele Zähne zu erhalten wie möglich. Leider waren es auch wieder viele Extraktionen, da die Zähne zu kariös waren. Neben der Zahnstation sahen sie auch viele Kinder des Fluor- Prophylaxe-Programms.

 

 

Am 20. März kamen zu meiner großen Freude meine lieben Eltern wieder nach Bugko. Leider mussten sie ja im letzten Jahr absagen und so waren die Patienten froh, als sie wieder den Orthopäden mit seiner Frau sahen. Alte und junge Patienten waren bei ihnen in guten Händen. Dieses Jahr kamen weniger Patienten als erwartet, da Reisernte, Schulabschlussfeiern und Wahlveranstaltungen ununterbrochen stattfanden. Insgesamt behandelten sie aber doch über 800 Patienten und führten sogar kleine chirurgische Eingriffe durch. Da wir etwas mehr freie Zeit hatten nutzten wir diese, um über Veränderungen und Verbesserungen in der Klinik zu sprechen.

 

 

Vom 13. April bis zum 15. April besuchte uns Pater Dr. Hans Langendörfer, der Sekretär der deutschen Bischofskonferenz mit Frau Dr.Stenert, die Rundfunkreferentin der Bischofskonferenz. Pater Langendörfer kam zum 2. Mal. Sein erster Besuch liegt 10 Jahre zurück und er war erstaunt, was inzwischen entstanden war. Er segnete den „Indoor“ Spielplatz der durch die Unterstützung der Hoffmann Stiftung erichtet werden konnte. Die Kinder hier kennen so etwas kaum, und umso größer war die Freude. Die Kinder wollten gar nicht mehr nach Hause. Die Rutsche in einen Pool aus Bällen war der Höhepunkt. Als Rahmenprogramm gab es Spiele, einen Zauberer und natürlich Spagetti für die Kinder. Zu unserer großen Freude werden wir auch einen Außen-Spielplatz bauen für die größeren Kinder. Die Vorbereitungen dazu laufen und ich werde im nächsten Rundbrief davon berichten.

 

 

 

 Es liegen vier arbeitsreiche und intensive Monate hinter uns, wie Ihr/ Sie an der Länge des Berichtes sehen könnt, und so danke ich für Eure/Ihre vielfältige Hilfe hier. Wir merken immer wieder wie unser Anliegen hier auch Eures/Ihres ist. Und so grüße ich Euch / Sie in herzlicher Verbundenheit und wünsche Allen eine frohe Osterzeit.

Eure / Ihre

Sabine Korth

Salamat( Danke) aus Bugko!