Bugko, April 2022

 

 

Liebe Mitglieder, liebe Freunde und Förderer von Mabuhay!

 

 

Im Dezember 2021 reiste ich, trotz doch angespannter Corona Situation nach Deutschland. Es war gut ein paar Freunde und meine Familie wieder zu sehen. Die Inzidenzwerte ließen leider eine Versammlung, wie wir sie in früheren Jahren hatten und ich ausführlich berichten konnte, nicht zu. Das ist sehr schade doch die Sicherheit Aller ist wichtiger!

 

Während meiner Zeit in Deutschland traf auf die Philippinen am 16.12.2021 Super Taifun Odette (Internationaler Name Rai). Mit fast 200Km/h Windgeschwindigkeit und viel Regen ließ er eine Schneise der Verwüstung in Süd-Leyte, Cebu und Bohol zurück. Über zwei Millionen Menschen verloren wieder Alles und saßen ohne Dach über dem Kopf, ohne Wasser und Nahrung dort und verlebten ein schreckliches Weihnachtsfest. Neben den Häusern wurden Geschäfte, Tankstellen und Kirchen zerstört. Selbst die Schiffe, Autos, Frachtcontainer und kleineren Flugzeuge wurden durch die Kraft des Taifuns durch die Luft gewirbelt. Der Taifun hatte die gleiche Stärke wie seinerzeit 2013 Haiyan in Tacloban und viele von Ihnen/Euch werden sich noch an die Bilder im Fernsehen erinnern. Gott sei Dank gab es diesmal keine Sturmflut, so dass es nicht so viele Tote gab wie damals, aber fast 400 ließen trotzdem ihr Leben. Noch 4 Wochen danach gab es in den betroffenen Gebieten keinen Strom und was fast noch schlimmer war, nur begrenzt Trinkwasser. Hilfe lief sofort national und international an, so dass es schien, dass man aus der Vergangenheit doch gelernt hat. Die Bilder sind aus dem Internet, da ich ja zu der Zeit schon in Deutschland war. 

 

Ich bekam viele Anfragen, wie die Situation in Bugko ist. Zum Glück, oder Gott sei Dank, blieben wir dort verschont und es gab außer 4 Tagen kein Strom, nur viel Wind und noch mehr Regen, keine größeren Schäden. Stellenweise gab es Überflutungen auch in Nord- Samar, aber die große Katastrophe in unserer Region blieb aus.

 

 

Bei meiner Rückkehr auf die Philippinen musste ich wieder in Quarantäne, diesmal aber nur 5 Tage. Da ich wusste was mich erwartet, war es nicht ganz so schlimm.

 

Am 20. Januar hatten wir eine nachgefeierte Weihnachtsfeier für unsere Kinder im Ernährungsprogramm. Die Mitarbeiter der Firma Siemens hatten Bücher, Spiel-sachen, Malbücher, Plüschtiere usw. gesammelt und wollten sie unseren Kindern zu Weihnachten schenken. Durch Verzögerungen im Transport wurde es Januar, aber die Freude der Kinder war gleich groß. Sr. Veronica hatte für die Kinder in Bugko, die nahe am Friedhof leben das Gleiche im Dezember gemacht mit den Spielsachen, die Ihr/Sie immer wieder mitschickt. So können wir hier den Kindern auch eine Weihnachtsfreude machen.

 

 

Wir hatten es gerade noch geschafft, denn am 21. Januar wurde Nord-Samar bis zum 31. Januar unter Alert Level 4, wegen rasant gestiegener Coronazahlen, gesetzt. Das brachte wieder Ausgangssperren, Beschränkungen usw. mit. Wir dachten schon durch die großen Impfkampagnen würde die Situation besser, aber so war es erstmal nicht. In der Bevölkerung herrscht noch viel Unsicherheit was die Impfung gegen Corona angeht. Im Provinzkrankenhaus wurden 8 Ärzte Covid-19 positiv getestet was zur Folge hatte, dass die Ambulanz im Krankenhaus geschlossen wurde. Um so mehr Patienten kamen zu uns, um Hilfe zu bekommen. Unsere Ärzte in der Klinik hatten alle Hände voll zu tun. Es wurde auch viel Aufklärungsarbeit betrieben, um die Patienten zur Impfung zu motivieren.

 

Wie im letzten Brief erwähnt, waren wir ja Ende 2021 beim DOH (nationale Gesundheitsbehörde). Um nun den Vorlagen des DOH zu folgen mussten wir eine erneute bauliche Veränderung an unserem Diagnostikgebäude vornehmen. Wir bauten eine Toilette und eine Umkleide an, welches zum Glück ohne größere Probleme ging.

 

Vorher:                                                       Nachher:

 

 

Und dazu noch einen Raum zur Mülltrennung und für die Reinigungsmittel.

Ende Januar kam dann die gute Nachricht, dass die strengen Auflagen bezüglich der Einreise von Ausländern ab dem 11. Februar gelockert werden. Die Quarantäne viel weg und Geimpfte mussten nur ganz kurz vor dem Flug einen negativen PCR Test nachweisen. Zeitgleich änderte sich auch hier wieder der Alert Level.

 

Sehr betroffen gemacht hat uns der Krieg zwischen Russland und der Ukraine. Seit dem 26. Februar bekämpfen sich die Länder und auch hier, weit weg können wir es im Fernsehen verfolgen. Die große Unterstützung aus aller Welt für die Ukraine ist beeindruckend und man sieht, wenn es darum geht halten die Führer der Staaten zusammen. Die Auswirkungen des Krieges spüren wir hier auch in den steigenden Preisen. Nicht nur der Treibstoff ist sehr viel teurer geworden, sondern auch die Verbrauchsgüter, da ja Alles transportiert werden muss. Zeitgleich gingen die Patientenzahlen zurück, da der Transport nach hier aus den verschiedenen Dörfern auch teurer geworden ist.

 

Eine weitere gute Nachricht ist, dass seit dem 17. März die Infektionszahlen in Nord- Samar auf dem Nullpunkt angekommen sind. Das DOH gibt 0.00% in unserer Provinz an und das lässt uns hoffen. Ob es stimmt weiß Keiner, da hier im Mai Wahlen sind und die Kandidaten ihre Wähler ja besuchen wollen.

 

 

Da es nun möglich war haben wir als Erstes unsere Kinder von Fluorid- Prophylaxe Programm eingeladen. Dieses Programm haben wir vor Jahren mit Unterstützung des Hilfswerk der Deutschen Zahnärzte begonnen und beständig fortgeführt. Erst die Coronabeschränkungen haben es zum Stillstand gebracht. Wir konnten einen Neustart machen.

 

 

Leider ist immer noch kein Zahnarzt in Sicht, der sich der dringend benötigten Zahn- Behandlungen annehmen kann. Die Nachfrage ist riesig und es tut auch ein wenig weh, dass unsere exzellente Zahnstation so verwaist ist.

 

 

Die Ärztin, welche die ambulanten Operationen durchführt kommt nun jeden Freitag. Sie operiert Cysten, Lipome, Fibroadenome in der Brust usw. Es gibt eine lange Warteliste, da wir ambulante Operationen wegen den Coronabeschränkungen fast 2 Jahre nicht anbieten konnten.

Im Ernährungsprogramm haben wir nun 100 Kinder, da es für die Familien im Moment sehr schwierig ist, durch die erhöhten Preise, für die Kinder eine ausgewogene Ernährung sicher zu stellen. Wir sind froh, dass der Deutsche Club in Manila uns in diesem Anliegen weiter unterstützt.

Das Senioren-Programm in Zusammenarbeit mit Caritas Deutschland und COSE (eine Seniorenorganisation in Manila) wurde offiziell am 16. März eröffnet, dazu kamen Vertreter von Caritas Deutschland, COSE, von der Provinz und der Stadt. Die Senioren hatten ein kleines Programm zusammengestellt. Jeden Tag finden nun in der Senioren- Tagesstätte Veranstaltungen statt wie Zumba, gemeinsames Kochen, Spiele, Vorträge statt und sogar Gartenarbeit wird gemacht. Die Senioren können sich je nach den eigenen Interessen und Fähigkeiten einbringen. Wir konnten Michelle Moreno, die Tochter einer unserer Freiwilligen für die Organisation und Koordination des Programmes gewinnen und mit einem kleinen Team unter Anleitung von COSE hat sie angefangen die Senioren-Tagesstätte zu einer Anlaufstelle für unsere Senioren im Dorf zu machen. In Zukunft werden noch weitere Programme für die Senioren dazu kommen, aber wir haben uns dafür entschieden es in kleineren Schritten zu machen, da dieses Programm in Nord-Samar bisher einzigartig ist und wir noch daran arbeiten, was für die Senioren noch gut wäre, um sie möglichst lange aktiv zu halten. Einmal in der Woche kommen auch zwei Krankenschwestern in das Zentrum zum Blutdruckmessen, Blutzuckerbestimmung und um die Beschwerden der Senioren zu erfassen und sie ggf. in die Klinik zu schicken zur weiteren Untersuchung.

 

Am 21. März feierten wir unseren 15. Gründungstag in der Klinik. Mit unseren Pionier-Freiwilligen, sechs Freiwillige sind seit Anfang an dabei und dazu unsere treue Ärztin Dra. Quilatan. Mit ihren nun 82 Jahren kommt sie immer noch einmal die Woche, um Patienten zu sehen.

Am 28. März kam Dra. Amalia Tirazona zu uns. Sie hat bisher in Catbalogan als Allgemeinärztin gearbeitet und kommt nun an drei Kliniktagen zu uns.

 

 

Es liegen aufregende Monate hinter uns, wie Ihr/ Sie an der Länge des Berichtes sehen könnt, und so danke ich für Ihre/ Eure vielfältige Hilfe und Ihr/Euer Gedenken an uns hier.

Und nun noch eine Bitte zum Schluss, es wäre schön, wenn einige von Euch/ Ihnen die meinen Rundbrief per Post zugeschickt bekommen inzwischen eine E-Mail-Adresse haben, diese dann bitte an a-korth@gmx.de senden. Es spart sehr viel Arbeit, Papier und Porto, wenn wir den Rundbrief per Mail verschicken können. Danke Allen im Voraus die uns in diesem Anliegen unterstützen können. Alle Anderen bekommen ihn natürlich weiter zugeschickt.

 

Und so grüße ich Euch / Sie in herzlicher Verbundenheit und wünsche Allen trotz Corona und Krieg in der Ukraine noch eine gesegnete Fastenzeit und frohe Ostern.

 

Eure / Ihre

 

 

Sabine Korth